Wärmebild · Kaufberatung
Wärmebildkamera für die Jagd: Wie weit Sie Schwarzwild und Rehe wirklich ansprechen
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Für die Jagd brauchen Sie ein Wärmebild-Handgerät, dessen Brennweite zu Ihren Distanzen passt: Im Wald mit Ansitzentfernungen bis etwa 100 m reichen 19 mm mit 384er-Sensor, auf dem Feld mit 150 bis 300 m sollten es 35 mm mit 12-µm-Sensor oder mehr sein. Rechnerisch erkennen Sie einen Überläufer damit auf rund 140 bzw. 255 m. Das sichere Ansprechen nach Alter, Geschlecht und Führung leistet aber keine Pixelrechnung, dafür bleibt das Wärmebild ein Suchwerkzeug.
Methodik: Technische Daten stammen von den Herstellerseiten, die Reichweiten haben wir nach den Johnson-Kriterien selbst gerechnet. Wir hatten die Geräte nicht selbst in der Hand. Es geht nur um Beobachtungsgeräte ohne Waffenmontage.
Worauf es bei einer Wärmebildkamera für die Jagd ankommt
Im Revier soll ein Wärmebildgerät Wild finden, Rotten durchzählen und die Nachsuche erleichtern. Dafür gilt dieselbe Physik wie bei der Wärmebildkamera zur Tierbeobachtung, nur sind die Anforderungen schärfer. Wer entscheiden muss, ob der warme Fleck ein Frischling oder eine Bache ist, braucht deutlich mehr Detail als ein Naturbeobachter.
- Brennweite nach Revier. Sie entscheidet zusammen mit dem Pixelabstand, wie viele Pixel auf das Stück fallen. Im Wald 13 bis 25 mm, auf Feldern 35 bis 50 mm.
- 12-µm-Sensor. Bei gleicher Brennweite liefert er rund 40 Prozent mehr Pixel auf dem Ziel als ein 17-µm-Sensor. Der Grund sind die kleineren Pixel: 17 ÷ 12 ≈ 1,4.
- Sensorbreite. 640 statt 384 Pixel bringen bei gleicher Brennweite keine Reichweite, aber ein breiteres Bild.
- Wechselakku. Für Winteransitze wichtiger als eine Stunde mehr Laufzeit auf dem Papier, siehe die Akku-Rechnung unten.
- Entfernungsmesser. Auf dem Feld sinnvoll, im Wald meist entbehrlich.
- Bedienung im Dunkeln. Tasten, die Sie mit Handschuhen blind finden. Das steht in keinem Datenblatt, hier hilft nur Ausprobieren.
Die Ansprech-Rechnung: Überläufer, Bache und Reh nach Johnson
Die Johnson-Kriterien stammen aus der Militärtechnik der 1950er-Jahre. Sie sagen, wie viele Linienpaare über der kleineren Abmessung eines Ziels liegen müssen, damit ein Beobachter es mit 50 Prozent Wahrscheinlichkeit entdeckt (1 Linienpaar), erkennt (4) oder identifiziert (6,4). Ein Linienpaar entspricht zwei Pixeln. Unser Wärmebild-Reichweitenrechner arbeitet mit denselben Werten: 2, 8 und 12,8 Pixel über der Schulterhöhe.
Reichweite R = H · f ÷ (n · p)
H = Schulterhöhe in m, f = Brennweite in mm, p = Pixelabstand in mm, n = Pixel nach Johnson (Entdecken 2, Erkennen 8, Identifizieren 12,8)
Überläufer erkennen, 35 mm, 12 µm: 0,7 × 35 ÷ (8 × 0,012) = 255 m
Kleines Stück von 0,45 m identifizieren, 19 mm, 12 µm: 0,45 × 19 ÷ (12,8 × 0,012) = 56 m
Für die Schulterhöhen nennt das Lernportal waidwissen.com für die Jägerprüfung beim Überläufer rund 70 cm, bei der Bache rund 85 cm und beim Keiler bis zu 1 m, mit dem Hinweis, dass Größe und Gewicht je nach Lebensraum sehr unterschiedlich sind und nur der Orientierung dienen. Das Wildtierportal Baden-Württemberg gibt für Wildschweine insgesamt eine Schulterhöhe von 60 bis 115 cm an. Rehwild nennt waidwissen.com mit 60 bis 80 cm Widerristhöhe, wir rechnen wie im Rechner mit 0,7 m. Für Frischlinge im Herbst haben wir bei Jagdverbänden und Wildtierportalen keine Maßangabe gefunden; sie hängt stark von Wurfzeit und Äsung ab. Die Spalte mit 0,45 m ist deshalb ein frei gewähltes Rechenbeispiel für ein kleines Stück, kein Frischlingsmaß. Die Reichweite wächst linear mit der Zielhöhe: 10 Prozent größer heißt 10 Prozent weiter.
| Sensor und Brennweite (Beispielgerät) | Kleines Stück 0,45 m* erkennen / identifizieren | Überläufer oder Reh 0,7 m erkennen / identifizieren | Bache 0,85 m erkennen / identifizieren | Bildbreite auf 30 m / 100 m |
|---|---|---|---|---|
| 256 px, 12 µm, 9,7 mm (Lynx LE10 3.0) | 45 / 28 m | 71 / 44 m | 86 / 54 m | 9,5 / 31,7 m |
| 384 px, 12 µm, 19 mm (Lynx LH19 3.0) | 89 / 56 m | 139 / 87 m | 168 / 105 m | 7,3 / 24,2 m |
| 640 px, 17 µm, 35 mm (Merger LRF XP35) | 116 / 72 m | 180 / 113 m | 219 / 137 m | 9,3 / 31,1 m |
| 640 px, 12 µm, 35 mm (Lynx LQ35 3.0, Falcon FQ35 2.0, Condor CQ35L 2.0) | 164 / 103 m | 255 / 160 m | 310 / 194 m | 6,6 / 21,9 m |
| 640 px, 12 µm, 50 mm (Telos LRF XG50) | 234 / 146 m | 365 / 228 m | 443 / 277 m | 4,6 / 15,4 m |
* 0,45 m ist ein frei gewähltes Rechenbeispiel, kein belegtes Frischlingsmaß, siehe oben. Die Bildbreiten auf 100 m entsprechen den Herstellerangaben (HIKMICRO 24,2 bzw. 21,9 m, Pulsar 31,3 bzw. 15,4 m) bis auf Rundungen.
Was das für Ansitz, Feld und Nachsuche heißt
Anschaulicher ist die Zahl der Pixel über der Schulterhöhe auf typischen Distanzen. Unter 8 Pixeln sehen Sie einen warmen Umriss, ab etwa 13 Pixeln eine Gestalt mit Kopf, Rücken und Läufen.
| Szenario | 19 mm / 12 µm | 35 mm / 17 µm | 35 mm / 12 µm | 50 mm / 12 µm |
|---|---|---|---|---|
| Nachsuche, 30 m | 24 / 37 | 31 / 48 | 44 / 68 | 63 / 97 |
| Ansitz Wald, 75 m | 9,5 / 15 | 12 / 19 | 18 / 27 | 25 / 39 |
| Feld, 150 m | 4,8 / 7,4 | 6,2 / 9,6 | 8,8 / 14 | 13 / 19 |
| Feld, 300 m | 2,4 / 3,7 | 3,1 / 4,8 | 4,4 / 6,8 | 6,3 / 9,7 |
Für den Waldansitz bis 100 m reicht damit fast jedes Gerät ab 19 mm. Auf dem Feld trennen sich die Geräte: Mit 19 mm sehen Sie auf 150 m eine Rotte als Gruppe warmer Flecken, mit 35 mm und 12 µm liegt ein Überläufer knapp über der Identifizieren-Schwelle, und erst mit 50 mm erreicht auch ein 0,45 m hohes Stück auf 150 m ungefähr die Identifizieren-Schwelle. Auf 300 m kommt keines der Geräte an die Identifizieren-Schwelle für einen Überläufer heran.
Bei der Nachsuche ist es umgekehrt. Auf 30 m liegen selbst beim kurzen 19-mm-Gerät mehr als genug Pixel auf dem Stück. Entscheidend ist dort das Sehfeld: Das 50-mm-Gerät zeigt auf 30 m einen Streifen von 4,6 m, das Merger XP35 einen von 9,3 m.
Warum „Identifizieren“ nicht dasselbe ist wie Ansprechen
In der Militärtechnik bedeutete „Identifizieren“, ein Objekt genauer einordnen zu können, etwa welches Fahrzeug es ist. Ansprechen verlangt mehr. Sie sollen Wildart, Geschlecht und Altersklasse beurteilen und bei Schwarzwild klären, ob eine Bache Frischlinge führt. Nach § 22 Abs. 4 BJagdG dürfen in den Setz- und Brutzeiten bis zum Selbständigwerden der Jungtiere die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere nicht bejagt werden, auch die von Wild ohne Schonzeit. Für Schwarzwild können die Länder Ausnahmen bestimmen, etwa zur Tierseuchenbekämpfung.
Die Merkmale, an denen das hängt, nennt die Jägerausbildung: Proportionen, Pürzel, das sichtbare Gesäuge einer führenden Bache, der Zeitpunkt des Haarwechsels, das Verhalten innerhalb der Rotte. Einiges davon zeigt ein gutes Wärmebild auf kurze Distanz, anderes, wie die Färbung, gar nicht. Dazu kommt ein Rechenproblem: Ein Überläufer und ein Reh sind mit rund 0,7 m etwa gleich hoch, ein starker Frischling und ein schwacher Überläufer liegen nah beieinander. Auf 150 m trennen bei 35 mm und 12 µm nur etwa fünf Pixel ein 0,45 m hohes Stück von einem 0,7 m hohen. Ohne Vergleichsstück in der Rotte ist das kaum zu beurteilen.
Ein Entfernungsmesser hilft hier mehr, als man denkt. Kennen Sie die Distanz, lässt sich aus der Zahl der Pixel die Höhe des Stücks abschätzen: Bei 35 mm und 12 µm deckt ein Pixel auf 100 m rund 3,4 cm ab. Die Grundlagen der Reichweitenrechnung stehen im Artikel Wärmebild-Reichweite nach Johnson.
Sechs Beobachtungsgeräte für die Jagd nach Datenblatt
Fünf Monokulare und ein Binokular über drei Preisklassen, alle ohne Montagevorrichtung für Schusswaffen. Werte laut Herstellerseiten von HIKMICRO und Pulsar, Stand Oktober 2026.
| Modell | Sensor, Pitch | NETD | Objektiv | Sehfeld (auf 100 m) | Entfernungsmesser | Akku, Laufzeit laut Hersteller | Gewicht |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| HIKMICRO Lynx LH19 3.0 | 384 × 288, 12 µm | < 15 mK | 19 mm, F1,0 | 13,8° (24,2 m) | nein | 18650 wechselbar; 5 h bei 25 °C, 4,5 h bei −20 °C | 331 g |
| HIKMICRO Lynx LQ35 3.0 | 640 × 512, 12 µm | < 15 mK | 35 mm, F1,0 | 12,5° (21,9 m) | nein (als LQ35L mit LRF) | 18650 wechselbar; 5 h bei 25 °C, 4,5 h bei −20 °C | 354,5 g |
| HIKMICRO Falcon FQ35 2.0 | 640 × 512, 12 µm | < 15 mK | 35 mm, F1,0 | 12,5° (21,9 m) | nein | 21700 wechselbar; ≥ 6,5 h bei 25 °C | 485,5 g |
| HIKMICRO Condor CQ35L 2.0 | 640 × 512, 12 µm | < 15 mK | 35 mm, F1,0 | 12,5° (21,9 m) | ja, 1.000 m, ±1 m | 21700 wechselbar; ≥ 6,5 h bei 25 °C mit LRF | 458 g |
| Pulsar Telos LRF XG50 | 640 × 480, 12 µm | Sensor < 40 mK, System < 20 mK | 50 mm, F1,0 | 8,8° (15,4 m) | ja, 1.000 m | LPS 7i wechselbar; 8,5 h bei 22 °C | 0,72 kg |
| Pulsar Merger LRF XP35 (Binokular) | 640 × 480, 17 µm | Sensor < 25 mK, System < 18 mK | 35 mm, F1,0 | 17,8° (31,3 m) | ja, 1.000 m | Wechselakku plus eingebauter Akku; 9 h bei 22 °C | 0,83 kg |
Die NETD-Werte sind nur bedingt vergleichbar. HIKMICRO gibt einen Wert bei F1,0 und 25 °C an, Pulsar unterscheidet zwischen Sensor und Gesamtsystem. Ein Gerät mit „< 15 mK“ ist deshalb nicht automatisch empfindlicher als eines mit „System < 18 mK“.
HIKMICRO Falcon oder Condor?
FQ35 2.0 und CQ35L 2.0 haben laut HIKMICRO denselben Sensor, dieselbe NETD-Angabe, dasselbe 35-mm-Objektiv mit F1,0, dasselbe Sehfeld und denselben 21700-Akku. Das Condor bringt einen Laser-Entfernungsmesser bis 1.000 m mit und ist laut Datenblatt trotzdem 27,5 g leichter. Die Laufzeit von mindestens 6,5 Stunden misst HIKMICRO beim Condor mit eingeschaltetem Entfernungsmesser. Bei Frankonia lag der Aufpreis im Oktober 2026 bei rund 190 €. Wer auf Feldern beobachtet, nimmt das Condor. Wer überwiegend im Wald sitzt, spart sich den Aufpreis oder nimmt gleich das Lynx LQ35 3.0 mit gleicher Optik und 100 bis 130 g weniger Gewicht.
Monokular oder Binokular?
Ein Binokular wie das Merger LRF XP35 ist auf langen Ansitzen bequemer, weil beide Augen am Gerät bleiben. Es wiegt mit 0,83 kg aber mehr als doppelt so viel wie ein Lynx, und sein 17-µm-Sensor liefert bei 35 mm weniger Detail als die 12-µm-Monokulare. Dafür ist sein Bild auf 100 m 31 m breit. Weitere Binokulare vergleicht der Ratgeber Wärmebildfernglas.
Akku-Rechnung: eine Ansitznacht im Winter
Die Laufzeiten im Datenblatt gelten für Zimmertemperatur. HIKMICRO ist der einzige Hersteller in unserer Auswahl, der für die Lynx-3.0-Reihe zusätzlich einen Wert bei −20 °C nennt: 4,5 statt 5 Stunden, also 10 Prozent weniger. Battery University, eine viel zitierte Wissensseite zu Akkus, schreibt dagegen allgemein und ohne Bezug auf ein bestimmtes Gerät, dass die meisten Akkus bei −20 °C nur rund 50 Prozent ihrer Leistung bringen. Woher der Unterschied kommt, lässt sich nicht belegen; wir rechnen deshalb mit beiden Werten als Spanne.
Benötigte Akkus = Einschaltzeit ÷ Laufzeit bei Kälte, aufgerundet
Ansitz von 17 bis 23 Uhr, Gerät durchgehend an: 6 h
Lynx LQ35 3.0 nach Herstellerwert: 6 ÷ 4,5 = 1,33 → 2 Akkus; bei 50 % Kälteverlust: 6 ÷ 2,5 = 2,4 → 3 Akkus
| Gerät | Laufzeit laut Hersteller | Bei Kälte gerechnet | Akkus für 6 h |
|---|---|---|---|
| Lynx LH19 / LQ35 3.0 | 5 h (4,5 h bei −20 °C) | 2,5–4,5 h | 2–3 |
| Falcon FQ35 2.0, Condor CQ35L 2.0 | ≥ 6,5 h | 3,3–5,9 h | 2 |
| Telos LRF XG50 | 8,5 h | 4,3–7,7 h | 1–2 |
| Merger LRF XP35 | 9 h (mit eingebautem Akku) | 4,5–8,1 h | 1–2 |
Mit einem Ersatzakku in der Innentasche kommen Sie mit jedem dieser Geräte durch einen sechsstündigen Winteransitz, mit dem Lynx nur dann sicher, wenn Sie es zwischendurch ausschalten. HIKMICRO nutzt Standardzellen (18650, 21700), Pulsar eigene Akkupacks. Geräte, deren Akku sich gar nicht wechseln lässt, haben wir für die Jagd bewusst nicht aufgenommen.
Wärmebildkamera oder Nachtsichtgerät für die Jagd?
Zum Finden ist Wärmebild klar überlegen. Es braucht kein Licht und zeigt warme Körper auch im Bewuchs und im hohen Gras. Digitale Nachtsicht zeigt dagegen Kontur, Zeichnung und Umgebung wie ein Schwarzweißbild, braucht aber Restlicht oder einen IR-Strahler, und ein Stück im Bestand ist darauf schwer zu entdecken. Naheliegend ist deshalb die Arbeitsteilung: mit Wärmebild finden, mit Fernglas oder Nachtsicht ansprechen. Den vollständigen Vergleich beider Techniken finden Sie unter Nachtsicht oder Wärmebild; was ein lichtstarkes Jagdglas in der Dämmerung leistet, steht im Ratgeber Fernglas für die Jagd.
Rechtliches: nur Handgeräte
Ein Wärmebild-Monokular oder -Binokular zur Beobachtung dürfen Sie in Deutschland ohne Jagdschein kaufen und benutzen, solange es keine Montagevorrichtung für Schusswaffen hat. Vorsatz- und Aufsatzgeräte für Zielfernrohre fallen unter Anlage 2 Nr. 1.2.4.2 WaffG; Jagdscheininhaber dürfen nach § 40 Abs. 3 WaffG für jagdliche Zwecke damit umgehen, der Einsatz bei der Jagd richtet sich aber nach Landesjagdrecht. Wärmebild-Zielfernrohre bleiben auch für Jäger verboten. Für solche Geräte geben wir keine Kaufberatung. Die Einzelheiten mit Länderübersicht stehen im Artikel Was ist bei Nachtsicht und Wärmebild erlaubt.
Sechs Handgeräte für Wald, Feld und Kanzel
Daten laut Hersteller, Preisspannen nach Frankonia (Angebotspreis bis regulärer Preis), Stand Oktober 2026. Für die Pulsar-Geräte fanden wir keinen belastbaren Euro-Preis.

Einsteiger · ca. 1.000–1.050 €
HIKMICRO Lynx LH19 3.0
- Sensor
- 384 × 288 px, 12 µm
- Objektiv
- 19 mm, F1,0
- Sehfeld
- 13,8° (24,2 m auf 100 m)
- Gewicht / Akku
- 331 g / 18650, wechselbar
Für wen: Waldjäger, die vom Hochsitz und auf der Pirsch auf 50 bis 100 m beobachten.
- Überläufer erkennen rechnerisch auf rund 140 m, identifizieren auf rund 87 m
- Leicht genug für die Jackentasche
- Für Felder über 150 m zu kurz
- Kürzeste Laufzeit im Vergleich (wie das LQ35 3.0)

Mittelklasse · ca. 1.580–1.650 €
HIKMICRO Lynx LQ35 3.0
- Sensor
- 640 × 512 px, 12 µm
- Objektiv
- 35 mm, F1,0
- Sehfeld
- 12,5° (21,9 m auf 100 m)
- Gewicht / Akku
- 354,5 g / 18650, wechselbar
Für wen: Jäger mit Wald und Feld im Revier, die ein leichtes Gerät für beides suchen.
- Optik wie Falcon und Condor bei deutlich weniger Gewicht
- Kältewert vom Hersteller angegeben
- Ohne Entfernungsmesser (gibt es als LQ35L)

Mittelklasse · ca. 2.000–2.100 €
HIKMICRO Falcon FQ35 2.0
- Sensor
- 640 × 512 px, 12 µm
- Objektiv
- 35 mm, F1,0
- Akku
- 21700, wechselbar, ≥ 6,5 h
- Gewicht
- 485,5 g
Für wen: Wer das größere Gehäuse mit Fokusrad hinten und längerer Laufzeit dem kompakten Lynx vorzieht.
- Magnesiumgehäuse nach IP67 laut HIKMICRO
- Rund 1,5 Stunden mehr Laufzeit als die Lynx-Modelle
- Kein Entfernungsmesser, kaum günstiger als das Condor
Mittelklasse · ca. 2.200–2.300 €
HIKMICRO Condor CQ35L 2.0
- Sensor
- 640 × 512 px, 12 µm
- Objektiv
- 35 mm, F1,0
- Entfernungsmesser
- 1.000 m, ±1 m
- Gewicht / Akku
- 458 g / 21700, wechselbar
Für wen: Feldjäger, die nachts Entfernungen messen und Stücke auf 150 bis 250 m beobachten.
- Laufzeit von ≥ 6,5 h laut Hersteller mit eingeschaltetem Entfernungsmesser
- Überläufer erkennen rechnerisch auf rund 255 m
- Im Wald bringt der Entfernungsmesser wenig

Oberklasse
Pulsar Telos LRF XG50
- Sensor
- 640 × 480 px, 12 µm
- Objektiv
- 50 mm, F1,0
- Sehfeld
- 8,8° (15,4 m auf 100 m)
- Akku
- LPS 7i, wechselbar, 8,5 h bei 22 °C
Für wen: Jäger mit großen Feldschlägen, die Rotten auf 200 m und mehr durchmustern.
- Überläufer identifizieren rechnerisch auf rund 230 m
- Längste Laufzeit unter den Monokularen im Vergleich
- Schmales Bild, für Wald und Nachsuche unpraktisch
- 0,72 kg

Oberklasse
Pulsar Merger LRF XP35
- Sensor
- 640 × 480 px, 17 µm
- Objektiv
- 35 mm, F1,0
- Sehfeld
- 17,8° (31,3 m auf 100 m)
- Gewicht
- 0,83 kg
Für wen: Kanzeljäger, die nächtelang mit beiden Augen beobachten wollen.
- Breitestes Bild im Vergleich, gut für Rotten und Nachsuche
- 9 h Laufzeit, Wechselakku plus eingebauter Akku
- 17-µm-Sensor: weniger Detail als die 35-mm-Monokulare
- Schwer für die Pirsch
Unsere Empfehlung nach Revier
- Waldrevier, Ansitz bis 100 m: Lynx LH19 3.0. Mehr Brennweite bringt auf diese Distanzen wenig und macht das Bild schmaler.
- Gemischtes Revier mit Wald und Feld: Lynx LQ35 3.0. Ein Überläufer liegt auf 150 m rechnerisch noch über der Identifizieren-Schwelle, und das Gerät bleibt leicht.
- Feldrevier, Sauen im Mais und auf Wiesen: Condor CQ35L 2.0, bei sehr großen Schlägen Telos LRF XG50. Der Entfernungsmesser hilft bei der Größeneinschätzung.
- Lange Ansitze auf der Kanzel: Merger LRF XP35, wenn Gewicht keine Rolle spielt.
- Nachsuche: das Gerät mit dem breitesten Bild, das Sie haben. Auf 30 m reicht jede Brennweite.
Wer weniger als 1.000 € ausgeben will, findet passende Geräte für kurze Distanzen in der Übersicht Wärmebildkamera unter 1.000 Euro.
Häufige Fragen
Welche Wärmebildkamera für die Jagd im Wald?
Im Wald sind die Distanzen kurz und ein breites Bild wichtiger als Reichweite. Ein Handgerät mit 384 × 288 Pixeln, 12 µm und rund 19 mm Brennweite wie das HIKMICRO Lynx LH19 3.0 erkennt ein Reh oder einen Überläufer rechnerisch auf rund 140 m und zeigt auf 100 m ein 24 m breites Bild.
HIKMICRO Falcon oder Condor: Was ist der Unterschied?
Falcon FQ35 2.0 und Condor CQ35L 2.0 haben laut HIKMICRO denselben 640er-Sensor mit 12 µm, dasselbe 35-mm-Objektiv und dasselbe Sehfeld. Das Condor hat zusätzlich einen Laser-Entfernungsmesser bis 1.000 m und kostete bei Frankonia im Oktober 2026 rund 190 € mehr.
Wärmebildkamera oder Nachtsichtgerät für die Jagd?
Zum Finden von Wild ist Wärmebild überlegen, weil es ohne Licht arbeitet und warme Körper im Bewuchs sichtbar macht. Digitale Nachtsicht zeigt dagegen Zeichnung und Kontur besser, braucht aber Restlicht oder einen IR-Strahler. Naheliegend ist deshalb: mit Wärmebild finden, mit Fernglas oder Nachtsicht ansprechen.
Lohnt sich eine Wärmebildkamera mit Entfernungsmesser für die Jagd?
Auf Feldern ja, weil sich Entfernungen nachts kaum schätzen lassen und Sie mit bekannter Distanz auch die Größe eines Stücks besser einordnen. Im Wald mit Distanzen unter 100 m bringt der Entfernungsmesser wenig.
Wie lange hält der Akku einer Wärmebildkamera beim Winteransitz?
Die Hersteller nennen 5 bis 9 Stunden bei Zimmertemperatur. HIKMICRO gibt für das Lynx LQ35 3.0 bei −20 °C 4,5 statt 5 Stunden an. Für einen sechsstündigen Ansitz im Frost sollten Sie mit einem zweiten, körperwarm getragenen Akku planen.

Peter Mathematiker & Drohnenpilot
Peter hat Mathematik studiert und ist als FPV- und Drohnenpilot viel draußen unterwegs. Er schreibt die Rechner dieser Seite selbst und prüft jede Formel nach. So entstehen unsere Ratgeber.
Quellen
- HIKMICRO: LYNX 3.0 Thermal Monocular, Spezifikationen (LH19, LQ35, LQ35L)
- HIKMICRO: FALCON 2.0 Thermal Monocular, Spezifikationen (FQ35, FQ50, FQ50L)
- HIKMICRO: CONDOR 2.0 Thermal LRF Monocular, Spezifikationen (CQ35L, CQ50L)
- Pulsar: Telos, Spezifikationen (Telos LRF XG50, XQ35, XP50, XL50)
- Pulsar: Merger LRF, Spezifikationen (XP35, XL50, XT50)
- Johnson's criteria (Wikipedia, englisch): Linienpaare für Entdecken, Erkennen, Identifizieren
- waidwissen.com: Schwarzwild, Wissen für die Jägerprüfung (Widerristhöhe Keiler, Bache, Überläufer)
- Wildtierportal Baden-Württemberg: Wildschwein (Schulterhöhe 60–115 cm)
- waidwissen.com: Rehwild, Wissen für die Jägerprüfung (Widerristhöhe 60–80 cm)
- Battery University: BU-502 Discharging at High and Low Temperatures
- Bundesjagdgesetz, § 22 (Jagd- und Schonzeiten), gesetze-im-internet.de