Spektive · Kaufberatung
Spektiv für die Jagd: welche Vergrößerung zum Ansprechen, gerade oder schräg
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Für die Jagd ist ein kompaktes Spektiv mit 50 bis 65 mm Objektiv, einem Zoom bis etwa 40- oder 45-fach und einem Gewicht unter 1,4 kg für die meisten Reviere die beste Wahl. Ob ein Stück Gehörn trägt, zeigt Ihnen schon das Fernglas; für feine Details um 1 cm braucht es nach unserer Faustrechnung auf 200 m gut 20-fach, auf 300 m etwa 35-fach. Gerader Einblick passt zur Pirsch und zum Beobachten im Liegen, der Schrägeinblick zum Ansitz im Sitzen und zur Bergjagd.
Wann sich ein Spektiv auf der Jagd lohnt
Ein Spektiv ist auf der Jagd ein Werkzeug für Entfernung und Geduld. Im geschlossenen Wald, an der Kirrung oder auf der Drückjagd brauchen Sie es nicht, dort reicht ein gutes Fernglas, und welches Format sich für welche Jagdart eignet, steht im Ratgeber Fernglas für die Jagd. Interessant wird das Spektiv, sobald Sie regelmäßig über Felder, Wiesen, Kahlschläge oder Gebirgshänge schauen und dort Stücke beurteilen wollen, die 200 m und weiter weg stehen. Typisch sind der Bock auf der Wiese, bei dem es um jung oder alt geht, und Rotwild oder Gams am gegenüberliegenden Hang.
Wie weit es tatsächlich ist, sagt Ihnen kein Spektiv. Dafür gibt es Ferngläser mit eingebautem Laser, deren Grenzen im Revier der Beitrag Fernglas mit Entfernungsmesser beschreibt. Ein Spektiv beantwortet die Frage danach: Was steht da?
Welche Vergrößerung zum Ansprechen nötig ist: die Rechnung
Ob Sie ein Merkmal sehen, hängt an einem Winkel: wie groß das Detail aus Ihrer Position erscheint. Ein Fernglas oder Spektiv vergrößert diesen Winkel um seinen Vergrößerungsfaktor. Ob das reicht, entscheidet am Ende Ihr Auge. Für die Rechnung brauchen wir drei Annahmen, die wir offen benennen.
- Annahme 1, Auflösung des Auges: etwa 1 Bogenminute. Das entspricht einem Visus von 1,0 und liegt bei Tageslicht im Normbereich. In der Dämmerung sieht das Auge deutlich gröber.
- Annahme 2, sicheres Erkennen: Ein Detail, das gerade 1 Bogenminute groß erscheint, ahnen Sie nur. Für ein Urteil, auf das Sie sich verlassen, rechnen wir mit dem Vierfachen, also 4 Bogenminuten. Das ist unsere Faustregel, kein Normwert.
- Annahme 3, Merkmalsgrößen: Wir rechnen mit drei runden Beispielgrößen: 1 cm für ein feines Detail, etwa am Rosenstock oder an einer Endenspitze, 3 cm für ein kurzes Ende und 20 cm für das Gehörn als Ganzes. Das sind reine Rechenbeispiele, keine Mess- oder Literaturwerte; bei jedem Stück sieht es anders aus.
Sehwinkel in Bogenminuten ≈ Merkmalsgröße ÷ Entfernung × 3.438
1 cm auf 300 m: 0,01 ÷ 300 × 3.438 = 0,115′. Mit 10-fach werden daraus 1,15′, mit 30-fach 3,4′.
Reichweite für sicheres Erkennen (4′) ≈ Vergrößerung × Merkmalsgröße in cm × 8,6 m
Beispiel 30-fach, 1 cm: 30 × 1 × 8,6 m = rund 260 m. Beispiel 10-fach, 3 cm: 10 × 3 × 8,6 m = rund 260 m.
Die Zahl 8,6 ergibt sich aus 3.438 ÷ 4 ÷ 100. Wer schärfer sieht als Visus 1,0 oder mit einer knapperen Sicherheit von 3′ arbeitet, kommt etwas weiter; wer eine Brille trägt, die nicht ganz passt, oder in der Dämmerung schaut, deutlich weniger.
| Entfernung | Bloßes Auge | Fernglas 8x | Fernglas 10x | Spektiv 20x | Spektiv 30x | Spektiv 45x |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 100 m | 0,34′ | 2,8′ | 3,4′ | 6,9′ | 10,3′ | 15,5′ |
| 200 m | 0,17′ | 1,4′ | 1,7′ | 3,4′ | 5,2′ | 7,7′ |
| 300 m | 0,11′ | 0,9′ | 1,1′ | 2,3′ | 3,4′ | 5,2′ |
| 400 m | 0,09′ | 0,7′ | 0,9′ | 1,7′ | 2,6′ | 3,9′ |
| Vergrößerung | Merkmal 1 cm | Merkmal 3 cm | Gehörn 20 cm |
|---|---|---|---|
| 8x | ca. 70 m | ca. 210 m | über 1 km |
| 10x | ca. 90 m | ca. 260 m | über 1 km |
| 20x | ca. 170 m | ca. 520 m | über 1 km |
| 30x | ca. 260 m | ca. 770 m | über 1 km |
| 45x | ca. 390 m | über 1 km | über 1 km |
Was die Rechnung für die Praxis heißt
Das Gehörn als Ganzes ist kein Problem. 20 cm auf 400 m erscheinen dem bloßen Auge schon 1,7′ groß, mit dem 8x Fernglas fast 14′. Ob ein Bock Gehörn trägt und ungefähr wie hoch, sehen Sie also mit dem Fernglas auf jeder üblichen Ansitzentfernung. Ein kurzes Ende von 3 cm erkennt ein 10x Glas rechnerisch bis rund 260 m, ein 8x bis gut 200 m. Bei den feinen Merkmalen kippt das Bild: Ein 1-cm-Detail erscheint mit dem 10x Fernglas auf 100 m 3,4′ groß, also knapp unter unserer Schwelle, auf 200 m nur noch 1,7′. Für ein 1-cm-Detail braucht es nach der Faustregel auf 200 m gut 20-fach, auf 300 m etwa 35-fach und auf 400 m rund 45-fach, also das obere Ende der üblichen Zooms.
Zwei Dinge relativieren die Zahlen. Erstens das Flimmern: Über einer sonnenwarmen Wiese steigt Luft auf, und bei 40- bis 45-fach wird das Bild an warmen Tagen oft unruhig, bevor die Optik an ihre Grenze kommt. Morgens früh und bei Bewölkung geht mehr. Zweitens das Licht, dazu gleich mehr. Die Optik selbst ist selten der Engpass: Nach der Faustformel von Dawes (116 ÷ Objektiv in mm, Bogensekunden) löst ein 56-mm-Objektiv rund 2″ auf, ein 1-cm-Detail auf 400 m ist mit etwa 5″ mehr als doppelt so groß.
Dämmerung: wann das Spektiv dem Fernglas unterlegen ist
Ein Spektiv vergrößert stärker, sammelt aber pro Vergrößerungsstufe weniger Licht als ein Jagdfernglas. Das zeigt die Austrittspupille, also der Durchmesser des Lichtbündels hinter dem Okular.
Austrittspupille = Objektivdurchmesser ÷ Vergrößerung
8x56 Fernglas: 7 mm · 8x42: 5,25 mm · Spektiv 56 mm bei 17x: 3,3 mm · bei 30x: 1,9 mm · bei 40x: 1,4 mm
Nehmen wir als Annahme an, Ihre Pupille öffnet sich in der Dämmerung auf 5 mm. Dann nutzt das 8x42 sie voll aus. Ein 56-mm-Spektiv liefert bei 17-fach nur (3,3 ÷ 5)² ≈ 44 % dieser Flächenhelligkeit, bei 30-fach (1,9 ÷ 5)² ≈ 14 %. In der späten Dämmerung kehrt sich das Verhältnis deshalb um: Das Fernglas zeigt mehr, obwohl es weniger vergrößert. Wie stark die Pupille mit dem Alter schrumpft, steht im Beitrag Austrittspupille und Alter.
Die Regel für den Ansitz: Sprechen Sie mit dem Spektiv an, solange es hell genug ist, und zoomen Sie zurück, wenn das Licht geht. Ein 65-mm-Objektiv verschiebt die Grenze ein Stück nach hinten, ein 85-mm-Gerät weiter, beides kostet Gewicht. Für die Nacht ist ein Spektiv kein Werkzeug; dort helfen Wärmebild-Handgeräte beim Finden, wie der Ratgeber Wärmebildkamera für die Jagd zeigt.
Gerade oder schräg: Hochsitz, Pirsch und Bergjagd
Für die Vogelbeobachtung empfehlen wir meist den Schrägeinblick, die Gründe stehen im Ratgeber Spektiv für die Vogelbeobachtung. Auf der Jagd ist die Entscheidung offener, weil Sie das Spektiv oft nicht auf einem Stativ in Augenhöhe nutzen, sondern auf einer Brüstung, einem Rucksack oder einem Baumstumpf auflegen.
| Situation | Besser | Warum |
|---|---|---|
| Pirsch, schnell anvisieren | gerade | Blickrichtung und Tubus stimmen überein, das Stück ist schneller im Bild |
| Liegend über dem Rucksack | gerade | Kopf bleibt hinter dem Gerät, kein Verdrehen des Halses |
| Geschlossene Kanzel, Fensterklemme | gerade | Spektiv sitzt auf Höhe der Fensterkante, Auge auf gleicher Höhe |
| Offener Sitz, auf der Brüstung | schräg | Gerät liegt tief und stabil, Sie schauen von oben hinein |
| Bergjagd, Hang gegenüber oder oberhalb | schräg | Bequemer bei Blick nach oben und im Sitzen über längere Zeit |
| Jagdführung, Gast schaut mit | schräg | Unterschiedlich große Personen können ohne Umbau hindurchsehen |
Auf dem Hochsitz entscheidet vor allem die Auflage. Eine Fensterklemme, die an der Kanzelscheibe oder am Rahmen festgeschraubt wird, hält das Spektiv ruhig und spart das Stativ ganz. Bei offenen Sitzen genügt oft die Brüstung mit einer weichen Unterlage, damit das Gerät nicht über das Holz kratzt. Swarovski liefert ATC und STC laut Hersteller mit einer Halbschale, die das Auflegen ohne Stativ erleichtert, ohne dass Fokus- und Zoomrad blockiert werden. Auf der Pirsch ist der Rucksack die einfachste Auflage: ablegen, Spektiv darauf, hinlegen. Welche Stative, Neiger und Klemmen es gibt und welche Höhe Sie für Ihre Körpergröße brauchen, rechnet der Ratgeber Stativ für Spektiv und Fernglas durch.
Kompakte Jagdspektive im Datenblatt-Vergleich
Die Tabelle zeigt aktuelle Spektive mit 50 bis 65 mm Objektiv, die sich vom Gewicht her für Pirsch und Ansitz eignen. Alle Werte stammen von den Herstellerseiten und Datenblättern, abgerufen am 29.10.2026. Fehlt eine Angabe, steht „k. A.“. Gewichte gelten mit Okular, sofern nicht anders vermerkt.
| Modell | Objektiv | Vergrößerung | Sehfeld m/1.000 m | Länge | Gewicht | Einblick | Naheinstellung |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Nikon Prostaff 3 16-48x60 | 60 mm | 16–48x | 40 (bei 16x) | 313 mm | 620 g | gerade*** | 10,0 m |
| Swarovski ST Balance 14-35x50 | 50 mm | 14–35x | 70–39 | 268 mm | 1.300 g | gerade, stabilisiert | 3,4 m |
| Kowa TSN-55A Prominar | 55 mm | 17–40x | 64–35 | 255 mm | 965 g | schräg | 2,8 m |
| Kowa TSN-55S Prominar | 55 mm | 17–40x | 64–35 | 275 mm | 960 g | gerade | 2,8 m |
| Swarovski ATC 17-40x56 | 56 mm | 17–40x | 62–34 | 258 mm | 970 g | schräg | 3,4 m |
| Swarovski STC 17-40x56 | 56 mm | 17–40x | 62–34 | 285 mm | 980 g | gerade | 3,4 m |
| ZEISS Dialyt 18-45x65 | 65 mm | 18–45x | 40–23 | 395 mm | 1.195 g | gerade* | 10 m |
| ZEISS Conquest Apia 20-50x65 | 65 mm | 20–50x | 48–27 | 299 mm | 1.350 g | schräg (auch gerade) | 3,5 m |
| Swarovski AT Balance 18-45x65 | 65 mm | 18–45x | 55–30 | 268 mm | 1.470 g | schräg, stabilisiert | 3,4 m |
| Leica APO-Televid 65 (ohne Okular) | 65 mm | je nach Okular, im Set 25–50x | k. A. | 300 mm** | 1.200 g ohne Okular | schräg | ca. 2,9 m |
* Einblick laut Händlerangabe (Frankonia), der Hersteller nennt ihn auf der Datenseite nicht. ** Leica gibt Abmessungen von 300 × 105 × 83 mm an, das aktuelle Datenblatt (Juli 2025) führt nur den Winkeleinblick. *** Gerader Einblick laut Nikon USA („Straight Body“). Das Apia 65 gibt es laut Zeiss auch gerade (65S): 328 mm, 1.344 g, Naheinstellung 4,0 m.
Was auffällt: Die drei Kompaktklassiker mit 55 und 56 mm (Kowa TSN-55, Swarovski ATC/STC) liegen alle bei knapp unter 1 kg, 17–40x und gut 60 m Sehfeld bei kleinster Stufe. Mit 65 mm steigt das Gewicht auf 1,2 bis 1,5 kg, dafür gewinnen Sie in der Dämmerung und bei 40-fach etwas Helligkeit. Das Nikon Prostaff 3 ist mit 620 g das leichteste Gerät, die 10 m Naheinstellung stören auf der Jagd selten. Eine Besonderheit sind die bildstabilisierten Balance-Modelle von Swarovski, die sich laut Hersteller freihändig nutzen lassen; auf dem Hochsitz ohne Auflage ist das ein echter Unterschied, unabhängige Langzeiterfahrungen sind noch rar.
Zeiss für die Jagd: Dialyt, Apia oder Gavia
Bei Zeiss kommen für die Jagd vor allem drei Linien infrage. Das Dialyt 18-45x65 bezeichnet Zeiss als Jagdspektiv für die Beobachtung auf große Distanz, in kompakter Monobloc-Bauweise; den geraden Einblick nennt der Händler. Es ist mit 395 mm vergleichsweise lang und fokussiert erst ab 10 m. Das Conquest Apia 65 hat Zeiss im April 2026 vorgestellt: 20–50x mit Wechselokular, in der Schrägversion 299 mm lang und 1.350 g schwer, daneben eine gerade Version (65S). Frankonia führte es am 29.10.2026 für 1.500 €. Wer vor allem stationär an großen Feldern oder im Gebirge abglast und das Gewicht nicht scheut, findet im ZEISS Conquest Gavia 85 ein 85-mm-Gerät; es beginnt erst bei 30-fach und ist eher etwas für Auto und Stativ als für die Pirsch.
Worauf Sie beim Kauf achten
- Gewicht zuerst. Ein Spektiv, das zu Hause bleibt, spricht nichts an. Für die Pirsch und das Gebirge ist ein Gerät um 1 kg der beste Kompromiss, für Kanzel und Auto darf es mehr sein.
- Zoom bis 40–45x reicht. Nach unserer Rechnung decken 30- bis 45-fach die üblichen Ansprechentfernungen bis knapp 400 m ab. Höhere Stufen nutzen Sie bei Flimmern und Dämmerung ohnehin selten.
- Einblick nach Auflage. Klären Sie, wo das Spektiv aufliegen wird: Fensterklemme, Brüstung, Rucksack oder Stativ. Danach entscheidet sich gerade oder schräg.
- Bedienung mit Handschuhen. Fokus und Zoom sollten im Winter mit Handschuhen greifbar sein und nicht klappern. Leise Mechanik ist auf dem Ansitz mehr wert als ein Zehntel Sehfeld.
- Fotos fürs Revierbuch. Wer Stücke dokumentieren möchte, prüft vorab passende Smartphone-Adapter. Wie das geht, erklärt der Ratgeber Digiskopie.
Jagdspektive nach Preisklasse
Die Karten zeigen Modelle aus der Tabelle; die fünf Frankonia-Modelle waren dort am 29.10.2026 vorrätig, das AT Balance verlinken wir zu Astroshop. Daten nach Hersteller, Preise als grobe Klasse nach deutschen Euro-Preisen (Hersteller-UVP bzw. Frankonia), Stand Oktober 2026. Wir haben die Geräte nicht selbst ausprobiert und vergeben keine Noten.
Einstieg · ca. 300 €
Nikon Prostaff 3 16-48x60 Set
- Sehfeld
- 40 m / 1.000 m bei 16x
- Gewicht
- 620 g
- Länge
- 313 mm
Für wen: Wer ausprobieren will, ob ein Spektiv im eigenen Revier überhaupt etwas bringt, ohne vierstellig zu investieren.
- Mit Abstand das leichteste Gerät im Vergleich
- Laut Nikon mit kompaktem Stativ und Tragetasche im Lieferumfang
- Bei 48-fach nur 1,25 mm Austrittspupille, in der Dämmerung früh dunkel
- Sehfeld nennt Nikon nur für die kleinste Stufe
Mittelklasse · ca. 1.000 € (UVP laut Frankonia 1.700 €)
ZEISS Dialyt 18-45x65
- Sehfeld
- 40–23 m / 1.000 m
- Gewicht
- 1.195 g
- Einblick
- gerade
Für wen: Kanzel- und Feldjäger, die ein robustes gerades Spektiv mit 65 mm wollen und es meist aufgelegt nutzen.
- Kompakte Monobloc-Bauweise laut Zeiss
- Bei Frankonia am 29.10.2026 deutlich unter UVP
- Mit 395 mm lang für den Rucksack
- Naheinstellung erst ab 10 m
Mittelklasse · ca. 1.500 €
ZEISS Conquest Apia 20-50x65
- Sehfeld
- 48–27 m / 1.000 m
- Gewicht
- 1.350 g (Schrägversion)
- Länge
- 299 mm
Für wen: Wer ein schräges 65-mm-Spektiv für Ansitz und Bergjagd sucht und unter der Oberklasse bleiben möchte.
- Mit 50-fach, gleichauf mit dem Leica-Set, die höchste Endvergrößerung im Vergleich
- Mit 299 mm kürzer als Dialyt und Leica APO-Televid 65
- Rund 380 g schwerer als ein ATC
- Erst im April 2026 vorgestellt, kaum Langzeiterfahrungen
Oberklasse · ca. 2.300–2.600 €
Swarovski STC 17-40x56
- Sehfeld
- 62–34 m / 1.000 m
- Gewicht
- 980 g
- Naheinstellung
- 3,4 m
Für wen: Pirschjäger und alle, die von der Kanzel mit Fensterklemme oder liegend über dem Rucksack ansprechen.
- Gerader Einblick bei unter 1 kg Gewicht
- Großes Sehfeld bei 17-fach erleichtert das Finden
- Bei 40-fach nur 1,4 mm Austrittspupille
- Preis der Oberklasse für ein 56-mm-Gerät
Oberklasse · ca. 2.300–2.600 €
Swarovski ATC 17-40x56
- Sehfeld
- 62–34 m / 1.000 m
- Gewicht
- 970 g
- Länge
- 258 mm
Für wen: Berg- und Feldjäger, die viel sitzend abglasen und ein besonders kurzes Gerät im Rucksack wollen.
- Nur 258 mm lang, Schrägeinblick
- Halbschale zum Auflegen ohne Stativ laut Hersteller dabei
- Schräger Einblick im Liegen unbequemer
- In der späten Dämmerung einem 8x56 Fernglas unterlegen

Oberklasse · ca. 3.600 €
Swarovski AT Balance 18-45x65
- Sehfeld
- 55–30 m / 1.000 m
- Gewicht
- 1.470 g
- Naheinstellung
- 3,4 m
Für wen: Wer oft ohne Auflage ansprechen muss, etwa auf offenen Leitern oder unterwegs, und den Preis eines Stabi-Spektivs akzeptiert.
- Bildstabilisierung für freihändiges Beobachten laut Swarovski
- 65 mm Objektiv für mehr Licht als die 56er
- Schwerer als die Kompaktgeräte, braucht Akku
- Unabhängige Langzeiterfahrungen noch rar
Das gerade Gegenstück zum AT Balance ist das Swarovski ST Balance 14-35x50 mit 1.300 g und 70–39 m Sehfeld nach Datenblatt, bei Frankonia am 29.10.2026 für rund 3.400 € gelistet. Das Leica APO-Televid 65 führt Frankonia als Set mit 25–50x-Okular für rund 2.570 €, am 29.10.2026 aber nicht sofort lieferbar. Das Kowa TSN-55 haben wir bei unseren Partnershops nicht gefunden.
Jagdspektiv gebraucht kaufen
Spektive halten lange, und gerade ältere Modelle mit 60 bis 65 mm tauchen oft gebraucht auf. Prüfen Sie vor Ort:
- Innen sauber: Gegen eine helle Fläche schauen, nie in die Sonne. Schleier, Flecken oder feine Fäden hinter den Linsen deuten auf Feuchtigkeit oder Pilz.
- Zoom über den ganzen Bereich: Bleibt das Bild beim Durchdrehen scharf, oder müssen Sie stark nachfokussieren? Hakt oder knarzt der Ring, ist die Mechanik verschlissen oder kalt geworden.
- Okular passt: Bei Wechselokular-Systemen prüfen, ob Okular und Grundkörper zueinander gehören. Ein Spektiv ohne Okular ist ohne Zusatzkauf nutzlos.
- Beleg und Seriennummer: Herstellergarantien setzen oft einen Kaufbeleg eines autorisierten Händlers voraus. Ohne lesbare Seriennummer lassen Sie das Gerät liegen.
Unsere Empfehlung: kompakt, bis 45-fach, Einblick nach Auflage
Für die meisten Jäger ist ein Spektiv mit 55 bis 65 mm und einem Zoom bis 40- oder 45-fach die richtige Größe. Nach unserer Rechnung reicht das, um Details um 1 cm bis etwa 340 m (40-fach) oder knapp 400 m (45-fach) zu beurteilen, und es bleibt so leicht, dass Sie es wirklich mitnehmen. Wer fast nur von der Kanzel oder auf der Pirsch beobachtet, greift zum geraden Einblick, wer viel im Gebirge sitzt, zum schrägen. Ein 85-mm-Gerät lohnt sich nur, wenn Sie meist stationär schauen. Und das Fernglas bleibt das wichtigere Werkzeug: Es findet das Stück und zeigt in der Dämmerung mehr, das Spektiv beantwortet danach die Detailfrage.
Häufige Fragen
Welche Vergrößerung braucht ein Spektiv für die Jagd?
Nach unserer Faustrechnung braucht ein 1 cm großes Detail auf 200 m gut 20-fach, auf 300 m etwa 35-fach und auf 400 m rund 45-fach. Mehr bringt selten etwas, weil Luftflimmern und das kleiner werdende Lichtbündel die nutzbare Vergrößerung begrenzen.
Gerades oder schräges Spektiv für die Jagd?
Gerade, wenn Sie viel pirschen, im Liegen über dem Rucksack beobachten oder schnell anvisieren wollen. Schräg, wenn Sie meist sitzen, bergauf schauen oder das Spektiv niedrig auf einer Brüstung auflegen.
Lohnt sich ein Spektiv zusätzlich zum Fernglas?
Wenn Sie regelmäßig auf Feldern, Wiesen oder im Gebirge auf mehr als 200 m ansprechen, ja. Im Wald mit Entfernungen bis 100 m reicht ein gutes 8x oder 10x Fernglas.
Wie schwer darf ein Pirschspektiv sein?
Kompakte Jagdspektive mit 55 oder 56 mm Objektiv wiegen nach Datenblatt um 1 kg, 65-mm-Geräte meist 1,2 bis 1,5 kg. Wer weite Wege geht, merkt jedes Gramm, ein Stativ kommt noch dazu.
Kann man ein Spektiv auf dem Hochsitz ohne Stativ nutzen?
Ja, aufgelegt auf der Brüstung, einem Rucksack oder mit einer Fensterklemme an der Kanzel. Freihändig geht es sinnvoll nur mit bildstabilisierten Geräten wie dem Swarovski AT/ST Balance.

Peter Mathematiker & Drohnenpilot
Peter hat Mathematik studiert und ist als FPV- und Drohnenpilot viel draußen unterwegs. Er schreibt die Rechner dieser Seite selbst und prüft jede Formel nach. So entstehen unsere Ratgeber.
Quellen
- Swarovski Optik: ATC 17-40x56, technische Daten und Preis DE
- Swarovski Optik: STC 17-40x56, technische Daten und Preis DE
- Swarovski Optik: AT Balance 18-45x65, technische Daten
- Swarovski Optik: ST Balance 14-35x50, technische Daten
- ZEISS: Conquest Apia 65, technische Daten (65A und 65S)
- ZEISS: Dialyt 18-45x65, technische Daten
- Kowa PROMINAR: Spezifikationen TSN-55- und TSN-66-Serie
- Leica: APO-Televid 65/82, Technische Daten (Stand Juli 2025)
- Nikon: PROSTAFF 3 Fieldscope 16-48x60, technische Daten
- Wikipedia: Sehschärfe (Visus und Auflösungswinkel)