Ferngläser · Kaufberatung
Fernglas für Sterne: Welches Format zeigt Ihnen am Nachthimmel am meisten?
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Für die meisten Menschen ist ein 10x50 das beste Fernglas für Sterne: Es lässt sich freihändig halten, zeigt gut 6 Grad Himmel und rechnerisch rund vier Größenklassen schwächere Sterne als das bloße Auge. Ein 15x70 oder 20x80 zeigt noch einmal eine knappe bis gut eine Größenklasse mehr, aber nur auf einem Stativ. Welches Format für Sie passt, hängt vor allem von Ihrem Alter, Ihrer Geduld mit dem Stativ und den Objekten ab, die Sie sehen wollen.
Was ein Fernglas am Himmel zeigt und was nicht
Ein Fernglas ist am Himmel ein Weitwinkelinstrument. Seine Stärke sind große, helle Objekte, die im Teleskop gar nicht ganz ins Bild passen: offene Sternhaufen wie die Plejaden, die Andromedagalaxie als langgestreckter Lichtnebel, der Orionnebel, die Milchstraße mit ihren Sternwolken. Für Planetendetails fehlt die Vergrößerung. Das lässt sich ausrechnen.
Ihr Auge trennt bei gutem Kontrast ungefähr eine Bogenminute, also 60 Bogensekunden. Durch das Fernglas sehen Sie Details, die 60″ geteilt durch die Vergrößerung messen. Auf dem Mond, gut 384.000 km entfernt, entspricht eine Bogensekunde etwa 1,86 km.
Kleinstes Mond-Detail ≈ (60″ ÷ Vergrößerung) × 1,86 km
Beispiel 10x50: 6″ × 1,86 km = rund 11 km. Bei 15x sind es 7,5 km, bei 20x 5,6 km.
Ein 50-mm-Objektiv könnte nach dem Dawes-Kriterium (116″ ÷ Objektivdurchmesser in mm) sogar 2,3″ trennen. Bei 10-facher Vergrößerung begrenzt also Ihr Auge, nicht die Optik. Das ist der Grund, warum große Ferngläser mit 15x oder 20x am Mond sichtbar mehr Krater zeigen, solange sie ruhig stehen.
| Objekt | Scheinbare Größe | Bei 10x | Bei 20x | Was Sie sehen |
|---|---|---|---|---|
| Mond | ca. 31,6′ | wie 5,3° mit bloßem Auge | wie 10,5° | Maria, große Krater, am Terminator viele Einzelheiten |
| Jupiter | 30,5–50,1″ | max. 8,4′ | max. 16,7′ | kleines Scheibchen, daneben die hellen Monde als Lichtpunkte |
| Saturn mit Ring | max. ca. 45″ | 7,5′ | 15′ | längliches Scheibchen, keine Ringlücke |
| Lücke Saturnkugel bis B-Ring | max. ca. 5,2″ | 0,9′ | 1,7′ | an der Grenze des Auges, freihändig nicht trennbar |
Rechenweg Saturn: Die Kugel misst laut NASA höchstens 19,9″. Der äußere A-Ring liegt beim 2,27-Fachen des Äquatorradius, der B-Ring beginnt beim 1,526-Fachen. Daraus folgen 2,27 × 19,9″ ≈ 45″ Gesamtbreite und (1,526 − 1) × 9,95″ ≈ 5,2″ Lücke. Die vier großen Jupitermonde sind dagegen schon in einem 7x50 zu sehen, am besten mit Stativ.
Wie viele Sterne mehr: die Rechnung zur Grenzgröße
Ein Fernglas sammelt Licht im Verhältnis der Objektivfläche zur Fläche Ihrer Pupille. Astronomen rechnen das in Größenklassen (Magnituden) um. Fünf Größenklassen entsprechen dem Faktor 100 in der Helligkeit, deshalb steht in der Formel 5 × log₁₀ des Durchmesserverhältnisses.
Gewinn in Größenklassen = 5 × log₁₀(Objektiv ÷ Pupille) − 0,24
Beispiel 10x50, Pupille 7 mm: 5 × log₁₀(50 ÷ 7) − 0,24 = 4,0 Größenklassen. Die 0,24 entsprechen 20 % Lichtverlust in der Optik, ein üblicher Ansatz.
Die Formel hat einen Haken, den die meisten Ratgeber übergehen: Sie gilt nur, solange die Austrittspupille des Fernglases nicht größer ist als Ihre Augenpupille. Ist sie größer, landet der Rand des Lichtbündels auf der Iris. Das Fernglas arbeitet dann so, als hätte es nur ein Objektiv von Vergrößerung × Pupille. Ein 7x50 wird für eine Pupille von 5,7 mm effektiv zum 7x40.
Wirksamer Objektivdurchmesser = kleinerer Wert von (Objektiv) und (Vergrößerung × Pupille)
Daraus folgt eine einfache Regel: Der Gewinn ist 5 × log₁₀ der kleineren der beiden Zahlen Objektiv ÷ Pupille und Vergrößerung. Wer eine kleine Pupille hat, gewinnt vor allem über die Vergrößerung.
Wie weit sich Ihre Pupille im Dunkeln öffnet, hängt stark vom Alter ab. Nach der Regressionsformel von Lazar et al. (2024) liegt das Mittel bei etwa 6,9 mm mit 30, 6,1 mm mit 50 und 5,7 mm mit 60 Jahren, mit großer Streuung zwischen einzelnen Menschen. Mehr dazu im Beitrag Austrittspupille und Alter.
| Format | Austrittspupille | Pupille 7 mm (ca. 25 Jahre) | Pupille 5,7 mm (ca. 60 Jahre) | Pupille 5 mm |
|---|---|---|---|---|
| 8x42 | 5,25 mm | +3,7 | +4,1 | +4,3 |
| 7x50 | 7,1 mm | +4,0 | +4,0 | +4,0 |
| 8x56 | 7,0 mm | +4,3 | +4,3 | +4,3 |
| 10x50 | 5,0 mm | +4,0 | +4,5 | +4,8 |
| 12x60 | 5,0 mm | +4,4 | +4,9 | +5,2 |
| 15x70 | 4,7 mm | +4,8 | +5,2 | +5,5 |
| 20x80 | 4,0 mm | +5,0 | +5,5 | +5,8 |
| 25x100 | 4,0 mm | +5,5 | +6,0 | +6,3 |
Wichtig zum Lesen: Die Werte gelten jeweils gegenüber Ihrem eigenen bloßen Auge. Mit kleinerer Pupille sehen Sie auch ohne Fernglas weniger Sterne, der absolute Wert liegt also niedriger. Bei einer freiäugigen Grenzgröße von 6,0 mag, wie sie an dunklen Plätzen auf dem Land erreicht wird (dort sind 5 bis 6 mag üblich), erreicht ein junger Beobachter mit 10x50 rechnerisch etwa 10 mag. Das passt zu der Angabe in der Wikipedia-Zusammenstellung zur Grenzgröße, dass junge Beobachter mit einem 7x50 an einem guten Platz in Mitteleuropa Sterne 9. bis 10. Größe sehen.
Warum Vergrößerung am Himmel zusätzlich hilft
Die Flächenformel unterschätzt höher vergrößernde Gläser. Ein Stern bleibt im Fernglas ein Punkt, der Himmelshintergrund dagegen wird mit steigender Vergrößerung dunkler, weil sich sein Licht auf eine größere Fläche verteilt. Der Kontrast zwischen Stern und Himmel steigt. Deshalb gibt es in der Fachliteratur mehrere „Astroindizes“, die Vergrößerung und Objektiv gemeinsam bewerten. Ein aus dem Wahrnehmungsmodell von Max Berek (1949) hergeleiteter Index lautet V3/4 × D5/4. Die Wikipedia-Zusammenstellung zur Grenzgröße nennt ihn unter Verweis auf das Fachbuch „Handferngläser“ von Holger Merlitz (2019). Die Exponenten konnten wir nicht im Original prüfen, nehmen Sie den Index deshalb als Näherung nach Literatur.
Unterschied in Größenklassen = 2,5 × log₁₀(Index A ÷ Index B), Index = V^0,75 × D^1,25
Beispiel 15x70 gegen 10x50: (15^0,75 × 70^1,25) ÷ (10^0,75 × 50^1,25) = 2,06, also +0,8 Größenklassen für das 15x70.
| Format | 7x50 | 8x42 | 8x56 | 10x50 | 12x60 | 15x70 | 20x80 | 25x100 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Größenklassen | −0,3 | −0,4 | 0,0 | 0 | +0,4 | +0,8 | +1,2 | +1,7 |
Beide Rechenwege zeigen dieselbe Reihenfolge, der Abstand zwischen den Formaten unterscheidet sich etwas. Die Wikipedia-Zusammenstellung weist zu Recht darauf hin, dass die Streuung echter Beobachtungsdaten keine sichere Bewertung der verschiedenen Indizes erlaubt. Als Faustregel taugen sie trotzdem: Jede Stufe von 10x50 über 15x70 zu 20x80 bringt grob eine halbe bis knapp eine Größenklasse.
Ein Detail aus den Datenblättern: Celestron gibt für die SkyMaster-Serie eine „Limiting Stellar Magnitude“ an. Die Werte lassen sich exakt mit 2,5 + 5 × log₁₀(Objektiv in mm) nachrechnen, für das 15x70 also 11,73 mag. Die Vergrößerung spielt darin keine Rolle, und es ist der Wert unter idealem Himmel. Nehmen Sie ihn als Obergrenze.
Sehfeld: Passt das Objekt ins Bild?
Mit steigender Vergrößerung schrumpft das Sehfeld. Bei Sternhaufen und Galaxien ist das kein Detail, sondern entscheidet darüber, ob Sie das Objekt mit Umgebung sehen oder nur einen Ausschnitt. Die Größen der bekanntesten Fernglasobjekte im Vergleich mit dem Sehfeld typischer Modelle laut Datenblatt:
| Objekt | Größe am Himmel | 10x50 (6,5°) | 15x70 (4,4°) | 20x80 (3,4–3,7°) | 25x100 (3,0°) |
|---|---|---|---|---|---|
| Andromedagalaxie M31 | 178′ × 63′ (ca. 3° × 1°) | mit viel Umgebung | passt | füllt das Bild fast aus | füllt das Bild ganz, ohne Umgebung |
| Plejaden M45 | ca. 110′ (1,8°) | mit Umgebung | gut gerahmt | füllt die Hälfte | füllt mehr als die Hälfte |
| Praesepe M44 | ca. 95′ (1,6°) | mit Umgebung | gut gerahmt | gut gerahmt | füllt gut die Hälfte |
| Orionnebel M42 | ca. 85′ × 60′ | klein im Schwertgehänge | gut | gut | gut |
| h und χ Persei | je ca. 30′ | beide Haufen im Bild | beide im Bild | beide im Bild | beide im Bild |
| Mond | ca. 31,6′ | klein | mittel | groß | groß |
Die Umrechnung von Grad in Meter auf 1.000 m und das scheinbare Sehfeld erklärt der Beitrag Sehfeld beim Fernglas. Für den Himmel ist die Gradangabe die praktischere, weil Sie sie direkt mit Sternkarten vergleichen können.
Freihändig oder Stativ: wo die Grenze liegt
Ihr Handzittern wird mit der Vergrößerung mitvergrößert. Am Himmel fällt das stärker auf als am Tag, weil Sterne Punkte sind: Ein zitternder Stern wird zum Strich, und schwache Sterne verschwinden im Gezappel. Nikon empfiehlt in seinem Fernglas-Leitfaden für den allgemeinen Gebrauch Vergrößerungen bis 12x und rät generell zu einem Stativ, um das Handzittern auszuschalten. Ein 15x-Glas zittert fast doppelt so stark wie ein 8x, und bei Sternpunkten fällt das sofort auf.
| Format | Zittern relativ zu 8x | Beispielmodell | Sehfeld | Gewicht | Stativ |
|---|---|---|---|---|---|
| 7x50 | 0,9 | Celestron SkyMaster Pro ED 7x50 | 7,8° | 1.255 g | nicht nötig |
| 10x50 | 1,25 | Omegon Hunter 2.0 10x50 ED | 6,66° | 905 g | nicht nötig |
| 10x50 | 1,25 | Fujinon 10x50 FMTR-SX | 6,5° | 1.430 g | nicht nötig |
| 12x60 | 1,5 | Celestron SkyMaster 12x60 | 5,3° | 1.111 g | Auflage empfohlen |
| 15x70 | 1,9 | Celestron SkyMaster 15x70 | 4,4° | 1.361 g | für längeres Beobachten ja |
| 20x80 | 2,5 | Celestron SkyMaster 20x80 | 3,7° | 2.126 g | ja |
| 20x80 | 2,5 | Celestron SkyMaster Pro ED 20x80 | 3,4° | 3.492 g | ja, stabiles |
| 25x100 | 3,1 | Celestron SkyMaster 25x100 | 3,0° | 3.969 g | ja, stabiles |
Die Gewichte innerhalb eines Formats liegen weit auseinander. Das ED-Modell von Celestron wiegt mit 3,5 kg gut 60 Prozent mehr als das einfache SkyMaster 20x80 und braucht ein entsprechend solides Stativ. Celestron baut es mit einer Schiene zwischen den Tuben, an der der Stativadapter sitzt, und wasserdicht nach IPX7.
- Liegestuhl oder Gartenliege mit aufgestützten Ellbogen: macht ein 15x70 freihändig erstaunlich brauchbar, und der Nacken dankt es.
- Stativadapter prüfen: Viele Porroferngläser haben vorn zwischen den Tuben ein Gewinde. Celestron legt dem SkyMaster 15x70 einen Adapter bei.
- Fotostative mit kurzer Mittelsäule reichen für 10x50 bis 15x70. Für Objekte nahe dem Zenit wird es auf jedem Stativ unbequem, dafür gibt es Parallelogramm-Halterungen.
- Augenabstand beachten: Mit Brille brauchen Sie etwa 17 mm oder mehr. Das SkyMaster 15x70 hat laut Datenblatt 18 mm, das Pro ED 20x80 15,4 mm. Mehr im Beitrag Fernglas für Brillenträger.
Lohnende Ziele für den Winterhimmel
Die langen Nächte von Dezember bis Februar sind die beste Fernglaszeit. Einige Objekte, die sich laut Fachliteratur schon im 10x50 lohnen:
- Orionnebel M42. Steht in den Wintermonaten abends im Süden. Im 10x50 zeigt er sich als heller Nebelfleck um eine kleine Sterngruppe, unter dunklem Himmel mit fächerförmigen Ausläufern.
- Plejaden M45. Mit bloßem Auge je nach Himmel sechs bis neun Sterne, im Fernglas deutlich mehr. Mit rund 1,8 Grad ideal für 10x50 und 15x70.
- h und χ Persei. Zwei Sternhaufen von je etwa einem halben Grad nebeneinander, in jedem Fernglas gemeinsam im Bild.
- Praesepe M44 im Krebs. Am abendlichen Winter- und Frühlingshimmel, mit bloßem Auge ein Nebelfleck, im Fernglas ein lockerer Haufen.
- Andromedagalaxie M31. Am besten im Herbst am Abendhimmel zu sehen. Im 10x50 zeigt sich ein langgestreckter Lichtnebel um die helle Zentralregion. Der Katalog nennt rund 3 × 1 Grad, sichtbar ist je nach Himmel meist weniger.
- Mond. Nicht bei Vollmond, sondern ein paar Tage davor oder danach. An der Licht-Schatten-Grenze werfen Kraterwände lange Schatten.
Vor der ersten Nacht lohnt es sich, die Dioptrie bei Tag an einem fernen Objekt einzustellen. Am Sternhimmel ist es schwieriger, weil Sie auf einen Punkt scharfstellen. Die Anleitung dazu steht im Beitrag Fernglas richtig einstellen.
Astro-Ferngläser nach Preisklasse
Die folgenden Modelle sind bei Astroshop erhältlich. Technische Daten stammen aus den Herstellerdatenblättern, Preise sind grobe Klassen nach deutschen Preisvergleichen und Herstellershops, Stand Oktober 2026. Eigene Messungen an den Geräten haben wir nicht vorgenommen, alle Angaben stammen aus Datenblättern.

Einstieg · ca. 140 €
Celestron SkyMaster 15x70
- Sehfeld
- 4,4° (77 m / 1.000 m)
- Augenabstand
- 18 mm
- Naheinstellung
- 13 m
- Gewicht
- 1.361 g
Für wen: Einsteiger, die ein großes Astroglas ausprobieren wollen und ein Fotostativ besitzen.
- Stativadapter im Lieferumfang
- Für ein 15x70 vergleichsweise leicht
- Nur spritzwassergeschützt, keine Stickstofffüllung
- Laut Datenblatt „Multi-Coated“, also nicht alle Flächen mehrschichtvergütet

Einstieg
Omegon Nightstar 15x70
- Sehfeld
- 4,4° (77 m / 1.000 m)
- Augenabstand
- 18 mm
- Naheinstellung
- 10 m
- Gewicht
- 1.490 g
Für wen: Alle, die das gleiche Format wie beim SkyMaster suchen und eine Alternative von Omegon wollen, der Hausmarke von NIMAX, dem Betreiber von Astroshop.
- BaK-4-Prismen, Stativgewinde
- Gleiche Optik-Eckdaten wie die Konkurrenz im Format
- Nicht druckwasserdicht
- Etwas schwerer als das Celestron

Set mit Stativ · ca. 500 €
Bresser NightExplorer 15x70
- Sehfeld
- 77 m / 1.000 m
- Naheinstellung
- 10 m
- Gewicht
- 1.900 g
- Schutz
- IPX6, Argonfüllung
Für wen: Wer alles in einem Paket möchte: Glas, Aluminiumstativ bis 165 cm und Rucksack.
- Stativ und Rucksack im Lieferumfang
- Gasgefüllt gegen Beschlagen
- Deutlich teurer als die 15x70 ohne Stativ
- Augenabstand im Herstellerdatenblatt nicht angegeben

Mittelklasse
Omegon Hunter 2.0 10x50 ED
- Sehfeld
- 6,66° (117 m / 1.000 m)
- Augenabstand
- 18,1 mm
- Naheinstellung
- 2 m
- Gewicht
- 905 g
Für wen: Wer ein Glas für Sterne und für den Tag sucht, das freihändig zu halten ist.
- Dachkant mit ED-Glas, druckwasserdicht und gasgefüllt
- Mit 905 g das leichteste 10x50 in dieser Übersicht
- Kleineres Sehfeld als ein 7x50 oder 8x42
- Am Himmel kein Vorteil gegenüber einem guten Porro-10x50

Mittelklasse
Celestron SkyMaster Pro ED 20x80
- Sehfeld
- 3,4° (59 m / 1.000 m)
- Augenabstand
- 15,4 mm
- Naheinstellung
- 30 m
- Gewicht
- 3.492 g
Für wen: Beobachter mit stabilem Stativ, die rund eine Größenklasse mehr als mit 10x50 wollen.
- ED-Objektive, wasserdicht nach IPX7, stickstoffgefüllt
- Eingebauter Stativadapter an der Schiene zwischen den Tuben
- Fast 3,5 kg, nur mit kräftigem Stativ sinnvoll
- 15,4 mm Augenabstand, mit Brille knapp

Oberklasse
Fujinon 10x50 FMTR-SX
- Sehfeld
- 6,5° (114 m / 1.000 m)
- Augenabstand
- 19,8 mm
- Naheinstellung
- 20 m
- Gewicht
- 1.430 g
Für wen: Wer ein wasserdichtes, robust gebautes 10x50 sucht und es auch auf dem Boot nutzt.
- Wasserdicht bis 2 m für 5 Minuten laut Hersteller
- Großer Augenabstand, gut mit Brille
- Einzelokularfokussierung: jedes Okular wird getrennt scharfgestellt
- Für ein 10x50 schwer
Der Fujinon arbeitet mit Einzelokularfokussierung. Am Himmel ist das kein Nachteil, weil Sterne alle „unendlich“ weit weg sind: Einmal eingestellt, bleibt das Bild scharf. Für Vögel, die zwischen 20 und 100 m wechseln, ist diese Bauart dagegen unpraktisch. Mehr zu den Bauformen steht im Ratgeber Fernglas kaufen.
Unsere Empfehlung: erst 10x50, dann 15x70 auf dem Stativ
Für den Start ist ein 10x50 die sicherste Wahl. Es zeigt rechnerisch rund vier Größenklassen mehr als das bloße Auge, bei älteren Augen sogar etwas mehr, und passt mit gut 6 Grad Sehfeld die großen Objekte des Winterhimmels mit Umgebung ins Bild. Sie brauchen kein Zubehör und können es am Tag weiter benutzen.
Wenn Sie nach ein paar Nächten merken, dass Sie dabei bleiben, ist ein 15x70 auf einem Fotostativ der nächste Schritt. Die Formate bis 20x80 lohnen sich für alle, die ohnehin mit Stativ beobachten und das Gewicht tragen wollen. Bevor Sie zum 25x100 greifen, rechnen Sie ehrlich: knapp 4 kg Glas, ein schweres Stativ und 3 Grad Sehfeld, in das die Andromedagalaxie nicht mehr ganz passt. Ihre eigenen Werte für Austrittspupille und Pupille nach Alter rechnet der Fernglas-Rechner aus.
Häufige Fragen
Welches Fernglas ist am besten für die Sternbeobachtung?
Für freihändiges Beobachten ein 10x50, weil es Lichtsammeln, Sehfeld und ruhiges Bild am besten verbindet. Wer ein Stativ nutzt, sieht mit einem 15x70 merklich schwächere Sterne.
Kann man mit einem Fernglas die Saturnringe sehen?
Als Ring mit Lücke nicht. Ring und Kugel messen höchstens rund 45 Bogensekunden, die Lücke zwischen beiden erscheint selbst bei 20-facher Vergrößerung nur knapp zwei Bogenminuten breit. Mehr als ein längliches Lichtpünktchen ist freihändig nicht zu erwarten.
Ist ein 20x80 Fernglas für Sterne zu groß?
Freihändig ja, mit Stativ nein. Ein 20x80 wiegt je nach Modell 2,1 bis 3,5 kg und vergrößert das Handzittern 2,5-mal so stark wie ein 8x-Glas. Auf einem stabilen Stativ zeigt es dafür rund eine Größenklasse mehr als ein 10x50.
Reicht ein normales 8x42 für den Sternenhimmel?
Für den Einstieg ja. Ein 8x42 zeigt rechnerisch etwa 3,7 Größenklassen mehr als das bloße Auge, ein 10x50 etwa 4. Der Unterschied ist spürbar, aber kein Grund, ein gutes 8x42 nicht zu benutzen.
Braucht man für ein 15x70 ein Stativ?
Für längeres, detailreiches Beobachten ja. Kurz freihändig geht es, im Liegestuhl mit aufgestützten Ellbogen auch länger. Nikon empfiehlt für den allgemeinen Gebrauch Vergrößerungen bis 12x und rät generell zu einem Stativ gegen das Handzittern.

Peter Mathematiker & Drohnenpilot
Peter hat Mathematik studiert und ist als FPV- und Drohnenpilot viel draußen unterwegs. Er schreibt die Rechner dieser Seite selbst und prüft jede Formel nach. So entstehen unsere Ratgeber.
Quellen
- Wikipedia: Grenzgröße (Grenzgröße im Fernrohr, Astroindizes nach Bishop, Adler, Fankhauser, Berek, Verweis auf Merlitz 2019)
- Lazar R et al. (2024): Regulation of pupil size in natural vision across the human lifespan. Royal Society Open Science
- NASA NSSDC: Moon, Jupiter und Saturn Fact Sheets (scheinbare Durchmesser, Entfernung)
- NASA NSSDC: Saturnian Rings Fact Sheet (Ringradien)
- Celestron: SkyMaster 15x70, 12x60, 20x80, 25x100 und SkyMaster Pro ED 7x50/20x80, Spezifikationen
- Fujifilm: 10x50 FMTR-SX Specifications (PDF)
- Bresser: NightExplorer 15x70 Astronomie-Fernglas
- Omegon (NIMAX): Hunter 2.0 10x50 ED und Nightstar 15x70, technische Daten
- Nikon Sport Optics Guide: Magnification (Empfehlung bis 12x, Stativ)
- SEDS Messier Database: M31, M42, M44, M45 sowie NGC 869/884 (scheinbare Ausdehnung)