Feldoptik

Spektive · Kaufberatung

Spektiv für Sportschützen: welche Vergrößerung für 25, 50 und 100 m

Von Peter · Aktualisiert · 10 Min. Lesezeit

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Für Sportschützen reicht auf 25 und 50 m fast jedes Spektiv mit Zoom ab 20-fach. Auf 100 m wird es anspruchsvoll: Ein KK-Loch von 5,6 mm sehen Sie nach unserer Rechnung (mit angenommenen 2 bis 4 Bogenminuten Sehwinkel) ab etwa 10- bis 20-fach, ob es die Ringlinie berührt, erst bei 30- bis 60-fach und ruhiger Luft. Ein 80-mm-Spektiv mit 20-60x-Zoom auf einem stabilen Stativ ist deshalb für die meisten Schützen die beste Wahl.

Distanzen, Kaliber und Ringgrößen laut Sportordnung

Wie viel Vergrößerung Sie brauchen, hängt an zwei Zahlen: wie groß das Loch ist und wie weit die Scheibe weg ist. Beides legt die Sportordnung des Deutschen Schützenbundes fest. Die folgende Auswahl stammt aus den Wettbewerbs- und Scheibentabellen in Teil 0 (Online-Ausgabe, Stand 01.01.2027). Die hier genannten Werte stehen gleichlautend schon in der Printausgabe von 2021.

Typische Disziplinen nach DSB-Sportordnung (Auswahl)
DisziplinDistanzKaliberScheibeDurchmesser Ring 10
Luftgewehr10 m4,5 mmNr. 10,5 mm
Zimmerstutzen15 m4,65 mmNr. 24,5 mm
25 m Pistole (KK)25 m5,6 mm (.22 l.r.)Nr. 4 (Präzision), Nr. 10 (Duell)50 mm bzw. 100 mm
KK-Sportgewehr50 m5,6 mm (.22 l.r.)Nr. 310,4 mm
KK-Gewehr100 m5,6 mm (.22 l.r.)Nr. 450 mm
GK-Feuerstutzen100 m8,38 mmNr. 450 mm
GK-Standardgewehr300 mbis 8 mmNr. 5100 mm

Für Wettkämpfe gilt immer die aktuelle Fassung der Sportordnung und die jeweilige Ausschreibung. Für die Rechnung nehmen wir den Kaliberdurchmesser als Lochgröße; das tatsächliche Loch im Papier kann davon etwas abweichen.

Die Rechnung: wann das Auge ein Loch erkennt

Ein Loch auf der Scheibe erscheint Ihnen unter einem Winkel, der aus Lochgröße und Entfernung folgt. Für kleine Winkel genügt eine einfache Division.

Sehwinkel in Bogensekunden = Lochdurchmesser in mm ÷ Entfernung in m × 206,265

KK-Loch 5,6 mm auf 100 m: 5,6 ÷ 100 × 206,265 = 11,6″ (0,19 Bogenminuten)

nötige Vergrößerung = Zielwinkel ÷ Sehwinkel

Angenommener Zielwinkel 2′ = 120″: 120 ÷ 11,6 = 10,4-fach · angenommener Zielwinkel 4′ = 240″: 20,8-fach

Woher kommt der Zielwinkel? Die Sehschärfe 1,0 ist so definiert, dass das Auge die Lücke eines Landolt-Rings unter einer Bogenminute gerade noch erkennt; die dezimale Sehschärfe ist der Kehrwert dieser Lückenbreite in Winkelminuten. Das ist die Grenze unter Idealbedingungen mit schwarzem Zeichen auf hellem Grund. Ein Loch, das Sie entspannt und schnell finden wollen, sollte deutlich größer erscheinen. Wir rechnen deshalb mit zwei Faustwerten: 2′ für ein Loch im weißen Bereich der Scheibe, das Sie gezielt suchen, und 4′ für schnelles Erkennen auch bei mittlerem Kontrast. Diese Faustwerte sind unsere Annahme, keine Norm. Wer eine Sehschärfe unter 1,0 hat, sollte eher mit dem höheren Wert planen.

Auge Scheibe Sehwinkel θ = Lochgröße ÷ Entfernung 5,6 mm auf 100 m: θ = 11,6″ mit 20-fach: 232″ ≈ 3,9′ Nicht maßstäblich: Der Winkel ist im Bild stark übertrieben.
Das Spektiv vergrößert den Sehwinkel um seinen Vergrößerungsfaktor. Aus 11,6 Bogensekunden werden bei 20-fach knapp 4 Bogenminuten, genug, um ein Loch im weißen Bereich schnell zu finden.
Sehwinkel und nötige Vergrößerung je Disziplin (eigene Rechnung mit angenommenen Zielwinkeln)
DisziplinLochDistanzSehwinkel ohne OptikVergrößerung für 2′ (Annahme)Vergrößerung für 4′ (Annahme)
Luftgewehr4,5 mm10 m92,8″ (1,5′)1,3x2,6x
Zimmerstutzen4,65 mm15 m63,9″ (1,1′)1,9x3,8x
KK-Pistole5,6 mm25 m46,2″2,6x5,2x
KK-Gewehr5,6 mm50 m23,1″5,2x10,4x
KK-Gewehr5,6 mm100 m11,6″10,4x20,8x
GK-Feuerstutzen8,38 mm100 m17,3″6,9x13,9x
GK-Standardgewehr8 mm300 m5,5″21,8x43,6x

Die eigentliche Herausforderung: berührt das Loch die Linie?

Ein Loch zu sehen ist das eine. Für die Wertung zählt aber, ob es eine Ringlinie berührt, und dafür müssen Sie Details von etwa einem Millimeter auseinanderhalten. Das ist eine andere Größenordnung.

1 mm auf 100 m: 1 ÷ 100 × 206,265 = 2,1″

Für 1′ (Grenze bei Sehschärfe 1,0): 60 ÷ 2,1 ≈ 29-fach · für 2′ (unsere Annahme für entspanntes Erkennen): 58-fach

1 mm auf 50 m: 4,1″ → für 1′ rund 15-fach, für 2′ rund 29-fach

Genau hier liegt der Grund, warum 60-fach-Zoomokulare für Schützen sinnvoll sind, obwohl Vogelbeobachter mit 30- bis 40-fach meist auskommen. Auf 100 m bewegen Sie sich bei 60-fach aber schon im Bereich, in dem warme, aufsteigende Luft über der Schießbahn das Bild flimmern lässt. An sonnigen Tagen ist der Gewinn zwischen 40- und 60-fach deshalb oft kleiner als die Rechnung verspricht. Am frühen Morgen, bei bedecktem Himmel und auf überdachten Bahnen geht mehr.

Objektivgröße: wichtig für Helligkeit, kaum für Auflösung

Ein häufiges Missverständnis ist, dass ein größeres Objektiv nötig sei, um kleine Löcher „aufzulösen“. Die Rechnung zeigt das Gegenteil. Celestron nennt als Faustformel für das theoretische Auflösungsvermögen 116 geteilt durch die Öffnung in Millimetern, das Ergebnis in Bogensekunden. Diese Dawes-Grenze beschreibt eigentlich, wann sich zwei Sterne trennen lassen; für Lochränder auf Papier ist sie nur ein grober Anhaltswert.

Auflösungsgrenze und Austrittspupille bei 60-fach
ObjektivAuflösung (116 ÷ D)Austrittspupille bei 60xAustrittspupille bei 30x
50 mm2,3″0,8 mm1,7 mm
60 mm1,9″1,0 mm2,0 mm
68 mm1,7″1,1 mm2,3 mm
80 mm1,5″1,3 mm2,7 mm
88 mm1,3″1,5 mm2,9 mm

Schon ein 50-mm-Spektiv löst theoretisch 2,3″ auf, ein 80-mm-Gerät 1,5″. Beides ist weit feiner als das Loch selbst (11,6″). Nur für den Millimeter an der Ringlinie auf 100 m (2,1″) wird es beim 50er knapp, ab etwa 60 mm reicht die Öffnung rechnerisch auch dafür. In der Praxis setzen Flimmern und Glasqualität die Grenze meist früher. Was das größere Objektiv wirklich bringt, ist Licht: Bei 60-fach liefert ein 80-mm-Gerät eine Austrittspupille von 1,3 mm, ein 60-mm-Gerät nur 1,0 mm. Die Fläche und damit die Bildhelligkeit ist beim 80er um (80 ÷ 60)² ≈ 78 % größer. An trüben Herbsttagen und in der Halle sieht man das sofort.

Für 10-m-Wettbewerbe schreibt die Sportordnung übrigens eine Scheibenbeleuchtung von mindestens 1.000 Lux vor. Auf so kurzer Distanz brauchen Sie kein großes Objektiv; hier zählt eher, dass das Spektiv überhaupt auf 10 m scharf stellen kann. Prüfen Sie dafür die Naheinstellgrenze im Datenblatt.

Wie Austrittspupille und Pupillengröße mit dem Alter zusammenhängen, erklärt der Beitrag Austrittspupille und Alter. Die Werte für Ihr Spektiv können Sie im Fernglas-Rechner nachrechnen, der für Spektive genauso funktioniert.

Kontrast: warum Löcher im Schwarzen schwer zu sehen sind

Die Rechnung oben gilt für ein dunkles Loch auf hellem Papier. Im schwarzen Spiegel ist der Kontrast zwischen Loch und Untergrund gering, weil beides dunkel ist. Mehr Vergrößerung hilft dann weniger als erwartet. Drei Dinge verbessern die Sicht spürbar:

  • Licht auf der Scheibe. Je heller die Scheibe beleuchtet ist, desto eher zeichnen sich ausgefranste Lochränder ab.
  • Niedrigere Zoomstufe zuerst. Bei 20- bis 30-fach ist das Bild heller und kontrastreicher. Suchen Sie das Loch dort und zoomen Sie erst dann hoch.
  • Okular richtig scharf stellen. Wer mit Brille schießt und ohne Brille durchs Spektiv schaut oder umgekehrt, sollte nach jedem Wechsel nachfokussieren. Mehr zu Augenmuscheln und Augenabstand mit Brille finden Sie im Ratgeber Fernglas für Brillenträger.

Einblick, Stativ und Aufstellung am Stand

Am Schießstand steht das Spektiv meist dicht neben Ihnen, und Sie schauen zwischen den Schüssen kurz hinein. Daraus ergeben sich andere Prioritäten als bei der Vogelbeobachtung.

Gerader Einblick

  • Schnelles Anvisieren, weil Blickrichtung und Tubus übereinstimmen
  • Praktisch am Tisch im Sitzen und im Stehen
  • Einfach auf ein niedriges Tischstativ zu setzen

Schrägeinblick

  • Im Liegendanschlag bequemer, weil Sie von oben ins Okular schauen
  • Stativ kann niedriger und damit stabiler stehen
  • Etwas Gewöhnung beim ersten Anvisieren der Scheibe
  • Stabil vor schwer. Bei 40- bis 60-fach wird jede Erschütterung sichtbar. Ein kurzes, massives Tischstativ ist am Stand oft ruhiger als ein hoch ausgezogenes Dreibein.
  • Bedienung ohne Verrenkung. Fokus und Zoom sollten Sie aus der Schießposition erreichen, ohne den Anschlag aufzugeben.
  • Okularhöhe einmal einrichten. Stellen Sie Höhe und Neigung vor der Serie ein, damit Sie nach jedem Schuss nur den Kopf drehen müssen.
  • Sehfeld bei kleinster Stufe. Je größer es ist, desto schneller finden Sie die Scheibe. Wie Sie Sehfeldangaben vergleichen, steht im Beitrag Sehfeld beim Fernglas.

Regeln im Wettkampf

Ob und wo ein Spektiv im Wettkampf benutzt werden darf, regelt die jeweilige Sportordnung. Die internationalen ISSF-Gewehrregeln (Regel 7.5.8.1, gleichlautend in den Ausgaben 2022 und 2025) erlauben nicht an der Waffe befestigte Spektive zum Lokalisieren der Treffer und zur Windbeurteilung nur in den 50-m- und 300-m-Wettbewerben. Die DSB-Sportordnung führt „Spektive zur Scheibenbeobachtung“ in ihren Regeln zu Sponsorenzeichen unter den üblichen Ausrüstungsgegenständen auf. Was in Ihrem Verein, Ihrer Liga oder bei einer Meisterschaft gilt, steht in der Ausschreibung. Auf Ständen mit elektronischer Trefferanzeige erübrigt sich das Spektiv im Wettkampf ohnehin weitgehend, im Training auf Papierscheiben bleibt es nützlich.

Spektiv mit Bildschirm?

Wer nach „Spektiv mit Bildschirm“ sucht, meint meist eine von zwei Lösungen: eine Kamera, die an der Scheibe steht und das Bild auf ein Display am Stand überträgt, oder ein Smartphone am Spektivokular. Die zweite Variante ist günstig und funktioniert mit jedem der unten genannten Spektive; welcher Adapter passt, erklärt der Ratgeber Digiskopie. Für Vogelbeobachter optimierte Modelle beschreibt der Beitrag Spektiv für Vogelbeobachtung.

Spektive für Sportschützen nach Preisklasse

Die folgenden Modelle sind bei Astroshop erhältlich und decken die Spanne vom einfachen 80-mm-Zoom bis zur Oberklasse ab. Technische Daten stammen von den Herstellern; wir haben die Geräte nicht selbst ausprobiert. Preise sind gerundete Euro-Preise inkl. MwSt. aus deutschen Shops (Händlerpreis und UVP), Stand Oktober 2026.

TS-Optics Spektiv TSS P 80 Z 20-60x80

Einstieg · ca. 150 €

TS-Optics TSS P 80 Z 20-60x80 (Ultima80)

Sehfeld
35–17,5 m / 1.000 m
Gewicht
1,4 kg
Austrittspupille
4,1–1,4 mm

Für wen: Schützen, die für Training auf 25 bis 100 m ein günstiges 80-mm-Spektiv suchen.

  • 80 mm Öffnung zum kleinen Preis
  • Käufer berichten in Händlerbewertungen, damit KK-Löcher auf 100 m zu erkennen
  • Achromat ohne ED-Glas, nur spritzwassergeschützt
  • 45°-Einblick, am Tisch etwas langsamer beim Anvisieren
Bei Astroshop ansehen
Celestron Ultima 80 20-60x80 mit Geradeeinblick

Einstieg

Celestron Ultima 80 20-60x80, Geradeeinblick

Sehfeld
32–16 m / 1.000 m
Gewicht
1.616 g
Naheinstellung
8 m

Für wen: Wer am Tisch sitzend oder stehend schießt und einen geraden Einblick bevorzugt.

  • Laut Celestron wasserdicht und stickstoffgefüllt
  • Zoomokular mit integriertem T-Adapter
  • Naheinstellgrenze 8 m, für 10-m-Stände knapp
  • Kleineres Sehfeld als die Konkurrenz
Bei Astroshop ansehen
Omegon Zoom-Spektiv 20-60x80 mit Stativ und Neiger

Einstieg

Omegon Zoom-Spektiv 20-60x80 mit Stativ und Neiger

Sehfeld
35–17,5 m / 1.000 m
Naheinstellung
6 m
Stativ
82–163 cm, bis 8 kg

Für wen: Wer ein Komplettpaket mit Stativ und Fluidneiger möchte und auf Außenständen bis 100 m schießt.

  • Stativ und 2D-Fluidneiger im Lieferumfang
  • Schrägeinblick, drehbare Rohrschelle
  • Standardglas, laut Hersteller nicht druckwasserdicht
  • Stativ wiegt 3,95 kg, für den Stand eher sperrig
Bei Astroshop ansehen
Celestron Regal M2 20-60x80 ED

Mittelklasse · ca. 1.000 €

Celestron Regal M2 20-60x80 ED

Sehfeld
37–17 m / 1.000 m
Gewicht
1.889 g mit Okular
Naheinstellung
6,5 m

Für wen: KK-Schützen auf 100 m, die bei 50- bis 60-fach ein farbreineres Bild als bei einfachen Achromaten wollen.

  • ED-Glas und 80 mm Öffnung
  • Doppelfokus für grobe und feine Einstellung
  • Schwer, braucht ein kräftiges Stativ
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Hawke Endurance ED 20-60x68

Mittelklasse

Hawke Endurance ED 20-60x68

Sehfeld
36–20 m / 1.000 m
Gewicht
1.495 g
Naheinstellung
5 m

Für wen: Wer das Spektiv zwischen Schießstand und Revier teilt und ein leichteres ED-Gerät sucht.

  • Laut Hersteller stickstoffgefüllt, wasserdicht und beschlagfrei
  • Doppelfokus, drehbarer Körper
  • Bei 60-fach nur 1,1 mm Austrittspupille
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Kowa TSN-88S PROMINAR Zoom-Set 25-60x

Oberklasse

Kowa TSN-88S PROMINAR Zoom-Set 25-60x

Sehfeld
42–23 m / 1.000 m
Gewicht
1.480 g ohne Okular
Naheinstellung
5 m

Für wen: Ambitionierte Schützen auf 100 und 300 m, die bei hoher Vergrößerung das hellste und farbreinste Bild wollen.

  • 88-mm-Objektiv aus Fluoritkristall
  • Gerader Einblick, großes Sehfeld bei 25-fach
  • Preis weit über dem, was 25 bis 50 m erfordern
Bei Astroshop ansehen

Unsere Empfehlung nach Distanz

Welches Spektiv für welche Schießdistanz
DistanzRechnerisch nötigEmpfehlung
10–15 m (Luftgewehr, Zimmerstutzen)unter 5-fach, Naheinstellung unter 10 mEinfaches Spektiv oder kleines Monokular mit kurzer Naheinstellgrenze; elektronische Anlagen machen es oft überflüssig
25 m (Pistole)3- bis 5-fach für das Loch, 7- bis 15-fach für die LinieEinsteigerspektiv 20-60x, Tischstativ
50 m (KK)5- bis 10-fach für das Loch, 15- bis 30-fach für die Linie60- bis 80-mm-Spektiv mit 20-60x
100 m (KK, GK)10- bis 20-fach für das Loch, 30- bis 60-fach für die Linie80 mm, ED-Glas sinnvoll, stabiles Stativ, ruhige Tageszeit
300 m (GK)22- bis 44-fach schon für das Loch80 bis 88 mm, Oberklasse lohnt, Luftflimmern begrenzt oft stärker als das Gerät

Für die meisten Vereinsschützen, die auf 25 bis 100 m trainieren, ist ein 80-mm-Zoomspektiv der Einstiegsklasse auf einem stabilen Tischstativ die vernünftigste Wahl. Der Sprung zu ED-Glas lohnt sich, wenn Sie regelmäßig auf 100 m bei 50- bis 60-fach Ringlinien beurteilen wollen. Oberklasse-Spektive spielen ihre Stärken erst auf 300 m und bei schwierigem Licht aus. Auf allen Distanzen gilt: Ein ruhig stehendes Spektiv bei 40-fach zeigt mehr als ein wackelndes bei 60-fach.

Häufige Fragen

Welche Vergrößerung braucht ein Spektiv für 100 m?

Um KK-Löcher von 5,6 mm auf weißem Papier sicher zu sehen, reichen rechnerisch 10- bis 20-fach, wenn man wie wir 2 bis 4 Bogenminuten Sehwinkel als Zielwert annimmt. Wer erkennen will, ob ein Loch eine Ringlinie berührt, braucht rechnerisch 30- bis 60-fach und ruhige Luft.

Reicht ein Spektiv mit 60 mm Objektiv für Sportschützen?

Für 25 und 50 m ja. Auf 100 m funktioniert es bei gutem Licht ebenfalls, wird aber bei 60-fach mit 1 mm Austrittspupille dunkel. Ein 80-mm-Objektiv zeigt bei gleicher Vergrößerung ein deutlich helleres Bild.

Sieht man Einschusslöcher im schwarzen Spiegel?

Deutlich schlechter als im weißen Bereich, weil der Kontrast zwischen Loch und schwarzem Papier gering ist. Hier hilft mehr Vergrößerung nur begrenzt; gute Beleuchtung der Scheibe bringt oft mehr.

Ist ein Spektiv im Wettkampf erlaubt?

Das regelt die jeweilige Sportordnung. Nach den ISSF-Gewehrregeln (Regel 7.5.8.1, wortgleich in den Ausgaben 2022 und 2025) sind nicht an der Waffe befestigte Spektive zum Lokalisieren der Treffer und zum Beurteilen des Windes nur in den 50-m- und 300-m-Wettbewerben erlaubt. Für nationale und Vereinswettkämpfe gilt die jeweilige Ausschreibung.

Gerader Einblick oder Schrägeinblick für den Schießstand?

Am Tisch im Sitzen und im Stehen ist der gerade Einblick schneller, weil Blickrichtung und Tubus übereinstimmen. Im Liegendanschlag schauen viele Schützen lieber schräg von oben ins Okular. Wichtiger als die Bauart ist, dass Sie aus Ihrer Schießposition ohne Verrenkung hineinsehen.

Peter

Peter Mathematiker & Drohnenpilot

Peter hat Mathematik studiert und ist als FPV- und Drohnenpilot viel draußen unterwegs. Er schreibt die Rechner dieser Seite selbst und prüft jede Formel nach. So entstehen unsere Ratgeber.

Quellen

  1. Deutscher Schützenbund: Sportordnung, Teil 0 (Allgemein gültige Regeln, Scheibentabelle, Wettbewerbstabellen), Online-Ausgabe Stand 01.01.2027
  2. ISSF Rule Book, Edition 2025 (Second Print 07/2026, gültig ab 1. Juli 2026), Rifle Rules Regel 7.5.8.1
  3. W. Wesemann: DIN-ISO-Normen zur Sehschärfebestimmung, Der Ophthalmologe 2020 (bei der DOG)
  4. Celestron Knowledgebase: Auflösungsvermögen (116 ÷ Öffnung in mm)
  5. Teleskop-Service: TS-Optics Ultima80 20-60x80 (TSSP80Z), technische Daten
  6. Omegon: Zoom-Spektiv 20-60x80mm + Stativ und Neiger, technische Daten
  7. Celestron: Ultima 20-60x80mm Straight Zoom Spotting Scope
  8. Celestron: Regal M2 20-60x80mm ED Angled
  9. Hawke Optics: Endurance ED 20-60x68
  10. Kowa PROMINAR: Spezifikationen TSN-88 und Okular TE-11WZ II

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