Feldoptik

Ferngläser · Kaufberatung

Marine-Fernglas: 7x50 mit Kompass, Strichplatte richtig nutzen und Modelle im Datenblatt-Vergleich

Von Peter · Aktualisiert · 14 Min. Lesezeit

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Ein Marine-Fernglas ist fast immer ein 7x50: 7-fach, weil das Bild auf schwankendem Deck sonst kaum zu halten ist, und 50 mm Objektiv, weil die Austrittspupille von 7,1 mm in der Dämmerung und nachts viel Licht ins Auge bringt. Ein eingebauter Kompass erlaubt Peilungen, die Strichplatte eine Entfernungsschätzung nach der Formel Höhe × 1.000 ÷ abgelesene Striche. Wichtiger als jede Zusatzfunktion sind dichtes Gehäuse, Stickstofffüllung und ein Gurt, der im Wasser nicht untergeht.

Warum auf See fast alle 7x50 nehmen

Auf einer Segelyacht bewegt sich der Boden ständig. Jede Bewegung des Fernglases sehen Sie im Okular um die Vergrößerung verstärkt. Kippt das Boot so, dass das Glas um ein halbes Grad wandert, springt das Bild bei 7-fach um 3,5°, bei 10-fach um 5° durchs Sichtfeld. Das sind gut 40 Prozent mehr Unruhe.

Dazu kommt das Sehfeld, denn eine Tonne wollen Sie schnell im Bild haben. In der FMT-Serie von Fujinon, wo es beide Formate gibt, nennt Fujifilm für das 7x50 ein Sehfeld von 131 m auf 1.000 m, für das 10x50 nur 114 m. Das sind 7,5° gegen 6,5°, also rund 13 Prozent weniger Breite beim 10-fachen. Wie Meter und Grad zusammenhängen, steht im Beitrag zum Sehfeld beim Fernglas.

Drittens die Helligkeit. Die Austrittspupille ist der Objektivdurchmesser geteilt durch die Vergrößerung:

Austrittspupille = Objektivdurchmesser ÷ Vergrößerung

7x50: 50 ÷ 7 = 7,1 mm · 10x50: 50 ÷ 10 = 5,0 mm · 8x30: 30 ÷ 8 = 3,75 mm

Ein Lichtbündel von 7,1 mm füllt eine weit geöffnete Pupille in der Nacht vollständig aus. Bei Tag ist die Pupille laut Nikon nur etwa 2 mm weit, im Dunkeln etwa 7 mm. Bei Tageslicht spielt der Helligkeitsunterschied zwischen den drei Formaten deshalb kaum eine Rolle. Und es gibt einen Haken: Die Augenpupille öffnet sich mit dem Alter weniger weit. Ab etwa 50 Jahren nutzen die meisten Menschen die 7 mm nicht mehr voll aus. Das 7x50 bleibt trotzdem nützlich: Mit großer Austrittspupille behält man das Bild in einem schwankenden Fernglas leichter im Auge, wie der US-Händler Astronomics für Bootsdecks beschreibt. Wie weit sich Ihre Pupille noch öffnet, rechnet der Beitrag Austrittspupille und Alter durch. Die Kenngrößen Ihres Wunschglases ermittelt der Fernglas-Rechner.

7x50, 10x50 oder 8x30: was zu Ihrem Einsatz passt

Ob 7x50 oder 10x50, hängt vor allem davon ab, wie ruhig Ihr Standplatz ist und wie viel Gewicht Sie tragen wollen. Ein 7x50 mit Kompass wiegt laut den Datenblättern in diesem Artikel 910 bis 1.460 g. Das ist an Bord egal, auf einem Landausflug spürt man es.

Welches Format für welchen Einsatz (eigene Einordnung, Rechenwerte nach Formel)
EinsatzEmpfehlungBegründung
Segelyacht, Motorboot, Wache, Nachtfahrt7x50, gern mit Kompassruhiges Bild, 7,1 mm Austrittspupille, Peilung
Küste, Deich, Strand (fester Stand)7x50 oder 10x5010-fach zeigt mehr Details, wenn Sie sich abstützen
Kreuzfahrt mit Landgängen8x30 oder 8x42großes Schiff liegt ruhiger, Glas leichter
Kajak, SUP, Jolle7x50 schwimmfähig oder kompaktes wasserdichtes 8x30Gewicht und Schwimmfähigkeit zählen mehr als Optik
Wale oder Vögel vom Schiff aus7x50 oder Bildstabilisatorbewegtes Ziel auf bewegtem Deck

Für eine Kreuzfahrt raten wir meist nicht zum Marineglas: Auf einem großen Schiff steht man fast so ruhig wie an Land, und bei Landgängen wiegt ein Kilo am Hals schwer. Ein kompaktes 8x30 oder 8x42 reicht für Küstenlinien, Häfen und Seevögel; Modelle stellen wir im Beitrag Fernglas zum Wandern und Reisen vor. Nachts an Deck ist das 8x30 mit 3,75 mm Austrittspupille allerdings deutlich im Nachteil.

Entfernung mit der Strichplatte berechnen

Viele Marinegläser haben im Okular eine Skala, die Strichplatte. Sie misst den Winkel, unter dem Sie ein Objekt sehen. Kennen Sie die Höhe oder Breite des Objekts, folgt daraus die Entfernung. Die Hersteller nennen das unterschiedlich:

  • Steiner (Commander 7x50c) nennt die Skala „Präzisions-Strichplatte“ und gibt in der Anleitung die Formel Entfernung = tatsächliche Größe × 1.000 ÷ abgelesene Größe an. Eine Winkeleinheit nennt Steiner dort nicht. Das Rechenbeispiel der Anleitung: Ein 10 m hohes Boot deckt 20 Teilstriche ab, also 10 × 1.000 ÷ 20 = 500 m.
  • Hawke (Endurance ED Marine 7x50 Compass) bezeichnet die Teilung in der Anleitung als Milliradiant: Entfernung in Metern = Objekthöhe in Metern × 1.000 ÷ Milliradiant auf der Skala. Beispiel dort: 20 m Höhe bei 50 Strich ergibt 400 m.
  • Bresser (Nautic 7x50 Gen II) spricht von „mils“, wobei ein Vollkreis 6.400 mils hat. Die Formel steht in Kilometern: L (km) = H (m) ÷ w (mils). Jeder kleine Teilstrich steht für 5 mils, jede Zahl für 10. Beispiel der Anleitung: Ein 12 m hoher Leuchtturm, der 40 mils abdeckt, ist 0,3 km entfernt.

Alle drei Formeln sind dieselbe Rechnung, nur einmal in Kilometern und zweimal in Metern.

Entfernung (m) = Objekthöhe (m) × 1.000 ÷ abgelesene Striche

Objekthöhe (m) = Entfernung (m) × abgelesene Striche ÷ 1.000

Die Formel ist eine Näherung für kleine Winkel. Selbst bei 100 Strichen weicht sie nur um rund 0,3 Prozent vom exakten Wert ab.

Eine Feinheit für Genaue: Ein echter Milliradiant ist ein Tausendstel Radiant, davon passen rund 6.283 in den Vollkreis. Die 6.400er-Teilung, die Bresser angibt, ist eine gerundete Strichteilung, wie sie auch beim Militär üblich ist. Ein solcher Strich ist rund 1,8 Prozent kleiner als ein Milliradiant. Das Objekt deckt also etwas mehr Striche ab, und wer mit dem Faktor 1.000 rechnet, schätzt die Entfernung um knapp 2 Prozent zu kurz. Das ist weniger als der Ablesefehler, um den es gleich geht.

Fernglas Winkel = 20 Strich Höhe 41,5 m Entfernung = 41,5 × 1.000 ÷ 20 = 2.075 m Blick ins Okular: Skala Strichplatte: Winkel ablesen, Entfernung rechnen
Schematisch, nicht maßstäblich. Die Strichplatte misst den Winkel, unter dem das Objekt erscheint. Mit der bekannten Höhe ergibt sich daraus die Entfernung. Wie die Skala im Okular genau aussieht, unterscheidet sich je nach Hersteller.

Beispiel 1: Leuchtturm Westerheversand

Das Bauwerk des Leuchtturms Westerheversand an der Nordsee ist laut Landesportal Schleswig-Holstein 41,5 m hoch. Angenommen, der Turm füllt auf der Skala vom Fuß bis zur Spitze 20 Striche aus:

41,5 × 1.000 ÷ 20 = 2.075 m

Das sind rund 2,1 km oder 1,1 Seemeilen (1 sm = 1.852 m).

Der Haken liegt in der Höhe: 41,5 m ist die Turmhöhe vom Fuß bis zur Spitze. Sehen Sie vom Wasser aus nur den Teil über dem Deich, ergibt die Rechnung eine zu große Entfernung. Die Feuerhöhe aus der Seekarte ist etwas anderes, nämlich die Höhe des Feuers über dem Bezugswasserstand. Nehmen Sie immer die Höhe, die zu dem passt, was Sie tatsächlich messen.

Beispiel 2: Mast eines Segelboots

Ein Segelboot von rund 9 bis 10 m Länge hat oft einen Mast in der Größenordnung von 12 m über dem Wasser. Das ist eine Annahme für die Rechnung, die genaue Höhe steht in den Bootsdaten. Deckt der Mast vom Wasser bis zur Spitze 8 Striche ab:

12 × 1.000 ÷ 8 = 1.500 m

Mit Bresser-Formel in Kilometern: 12 ÷ 8 = 1,5 km, also dasselbe.

Beispiel 3: Was ein einziger Strich Ablesefehler ausmacht

Auf schwankendem Deck ist ein Strich daneben schnell passiert. Wie stark sich das auswirkt, hängt davon ab, wie viele Striche das Objekt insgesamt abdeckt:

12 m hoher Mast, abgelesener Wert ±1 Strich (eigene Rechnung)
AbgelesenErgebnisbei −1 Strichbei +1 StrichFehler
40 Striche300 m308 m293 metwa ±2,5 %
8 Striche1.500 m1.714 m1.333 m+14 % / −11 %
3 Striche4.000 m6.000 m3.000 m+50 % / −25 %

Das ist der wichtigste Punkt beim Arbeiten mit der Strichplatte: Bei kleinen Werten wird die Schätzung unbrauchbar. Liest jemand 3 statt richtig 4 Striche ab, rechnet er 4.000 statt 3.000 m, liegt also ein Drittel daneben. Daraus folgen drei Regeln:

  1. Großes Objekt wählen. Lieber den ganzen Leuchtturm oder die Länge eines Schiffs messen als nur das Steuerhaus.
  2. Mehrmals ablesen. Drei Ablesungen zwischen zwei Wellen und der Mittelwert sind besser als eine einzige.
  3. Halbe Striche schätzen. Wer bei 3 Strichen auf einen halben Strich genau abliest, engt den Bereich auf 3.400 bis 4.800 m ein.

Kompass und Peilung

Der eingebaute Kompass zeigt im Okular die Richtung, in die Sie schauen. Zwei oder drei Peilungen auf bekannte Landmarken, in die Karte eingetragen, ergeben Ihren Standort. Beim Kauf zählen diese Punkte:

  • Beleuchtung. Fünf der sechs Kompassgläser in unserer Tabelle haben laut Hersteller eine Kompassbeleuchtung. Steiner und Hawke nennen dafür eine CR1225, Bresser LR936. Für das Fujinon FMTRC-SX nennt Fujifilm weder Batterie noch Beleuchtung.
  • Halbkugel. Die Magnetnadel neigt sich je nach Breitengrad unterschiedlich. Hawke schreibt, der Kompass sei für nördliche Breiten (Europa und USA) eingestellt und könne außerhalb leicht unscharf wirken. Nikon („Global Compass“) und Fujifilm beim Mariner 7x50 WPC-XL geben ihre Kompasse ausdrücklich für Nord- und Südhalbkugel an, beim FMTRC-SX spricht Fujifilm von einem weltweit nutzbaren Kompass.
  • Störquellen. Steiner weist in der Anleitung darauf hin, dass Brillen, Uhren oder Schmuck mit Metallanteil die Anzeige beeinflussen können. An Bord gilt das auch für Motor, Lautsprecher und Stahlteile.
  • Peilmarke. Beim Steiner Navigator 7x50c nennt der Hersteller eine Peilmarke, eine Strichplatte führt er in den technischen Daten nicht auf. Wer Entfernungen schätzen will, braucht ein Modell mit Skala.

Sechs Marinegläser mit Kompass im Datenblatt-Vergleich

Alle Werte stammen von den Herstellerseiten, Datenblättern oder Anleitungen, die in den Quellen verlinkt sind. Wo ein Hersteller einen Wert nicht nennt, steht „k. A.“. Wir haben die Gläser nicht selbst ausprobiert. Die beiden Steiner-Modelle sind direkt beim Hersteller bestellbar, bei Astroshop haben wir sie nicht gefunden.

Marine-Ferngläser 7x50 mit Kompass nach Herstellerangaben (Stand Oktober 2026)
ModellSehfeld auf 1.000 mGewichtSchwimmfähigKompassStrichplatteFokusFüllungWasserdicht
Steiner Commander 7x50c140 m1.190 gSchwimmgurt im Lieferumfangbeleuchtet, 40 mm DurchmesserjaEinzelokular (Sports-Auto-Focus)Stickstoffbis 10 m
Steiner Navigator 7x50c128 m1.115 gk. A.beleuchtet, Peilmarkek. A.Einzelokular (Auto-Focus)Stickstoffbis 5 m
Fujinon 7x50 FMTRC-SX (US-Datenblatt)131 m1.460 g ohne Batteriek. A.ja, weltweit nutzbark. A.Einzelokular (IF)Stickstoff2 m, 5 min
Nikon 7x50CF WP Global Compass126 m1.130 gSchwimmgurt im Lieferumfangbeleuchtet, Nord- und SüdhalbkugelSkala für Maße und EntfernungMitteltrieb (CF)Stickstoff1 m, 5 min
Hawke Endurance ED Marine 7x50 Compass122 m915 gSchwimmgurt im Lieferumfangbeleuchtet, Nordhalbkugelja, MilliradiantMitteltrieb + Dioptrie rechtsStickstoffja, Tiefe k. A.
Bresser Nautic 7x50 Gen II136 m1.030 g ohne Zubehörja, Glas und Riemenbeleuchtetja, mils (6.400 je Vollkreis)EinzelokularStickstoffIPX7, bis 1 m

Zum Lesen der Tabelle: Die Fujinon-Werte stammen vom US-Datenblatt des FMTRC-SX. Für die Bezeichnung FMTRC-SX-2, unter der Astroshop das Glas führt, nennt Fujifilm keine eigenen Daten; dass beide identisch sind, können wir nicht belegen. Die Stickstofffüllung nennt Fujifilm für die Polaris-Serie insgesamt. Bei Nikon, Hawke und Steiner Commander schwimmt laut Hersteller der mitgelieferte Gurt, ob das Glas allein schwimmt, sagen die Datenblätter nicht. Die Wasserdichtheit ist unterschiedlich angegeben und deshalb nur grob vergleichbar: „bis 10 m“ bei Steiner ist eine andere Angabe als „1 m, 5 min“ bei Nikon oder IPX7 bei Bresser.

Das Hawke ist mit 915 g das leichteste Glas der Tabelle und laut Hawke mit Dachkantprismen gebaut; Nikon und Bresser nennen für ihre Gläser Porroprismen. Das Fujinon ist mit 1.460 g gut 540 g schwerer. Beim Sehfeld liegt der Steiner Commander mit 140 m vorn, das Hawke mit 122 m hinten. Umgerechnet sind das rund 8,0° gegen 7,0°.

Einzelokular oder Mitteltrieb?

Die meisten klassischen Marinegläser stellen Sie an jedem Okular einzeln scharf, Fachkürzel IF (individual focus). Das hat einen Grund: Auf See schauen Sie fast nur auf Ziele, die weiter als ein paar Dutzend Meter entfernt sind. Einmal auf Ihre Augen eingestellt, bleibt das Bild von dort bis unendlich scharf. Steiner gibt für den Sports-Auto-Focus „ab ca. 20 m bis unendlich“ an. Ohne Mitteltrieb gibt es zudem weniger bewegliche, abzudichtende Teile.

Spricht für Einzelokular

  • Einmal einstellen, dann kein Nachfokussieren auf See
  • Einfacher und dichter Aufbau

Spricht für Mitteltrieb

  • Schnelles Scharfstellen auf nahe Ziele, etwa im Hafen oder an Land
  • Besser, wenn Sie das Glas auch zur Vogelbeobachtung nutzen

Teilen Sie das Glas an Bord, notieren Sie sich bei Einzelokular die Dioptrienwerte jeder Person; Bresser empfiehlt das in der Anleitung ausdrücklich. Hinzu kommt die Naheinstellung: Fujifilm nennt beim 7x50 FMTRC-SX 9,8 m, Hawke für sein Endurance ED Marine 2,5 m.

Schwimmfähigkeit, Gurt und Salzwasserpflege

„Schwimmfähig“ kann zweierlei heißen: Das Glas schwimmt selbst, oder ein Schwimmgurt mit Auftriebskörper hält es oben. Bresser schreibt beim Nautic 7x50 Gen II, dass Glas und Riemen auf dem Wasser schwimmen und dort leicht zu sehen sind. Steiner (beim Commander), Nikon, Hawke und Fujifilm (beim Mariner) legen einen Schwimmgurt bei. Wer ihn gegen einen schmalen Gurt tauscht, verliert diesen Schutz.

Salzwasser greift Dichtungen und Gummi an, wenn es eintrocknet. Steiner rät in der Anleitung, Salzwasser mit einem feuchten Tuch von den Linsen zu wischen und dann trocken zu reiben. Druckwasserdichte Gläser dürfen laut Steiner mit Flüssigseife unter fließendem Wasser abgespült werden. Für die Gummiarmierung empfiehlt Steiner Kunststoffpflege gegen UV-Haarrisse.

  1. Süßwasser nach jedem Törn. Gehäuse kurz abspülen, sofern der Hersteller das Glas als druckwasserdicht angibt.
  2. Linsen zuletzt. Erst Salzkristalle mit Wasser oder einem feuchten Tuch lösen, dann wischen. Trockenes Reiben über Salz zerkratzt die Vergütung.
  3. Batterie raus bei Winterpause. Bresser warnt in der Anleitung, dass lange liegende Batterien auslaufen und das Glas beschädigen können.

Beschlägt ein Glas von innen, ist die Dichtung oder Füllung defekt. Warum Gläser von außen beschlagen und was dann hilft, steht im Beitrag Fernglas beschlägt.

Alternativen: Bildstabilisator und Laser-Entfernungsmesser

Gegen das Zittern auf dem Boot gibt es einen zweiten Weg: ein Fernglas mit Bildstabilisator. Es gleicht kleine Bewegungen aus und erlaubt so auch 12- oder 14-fach an Deck, braucht aber Batterien und hat meist weder Kompass noch Strichplatte.

Bei „Fernglas mit Kompass und Entfernungsmesser“ werden zwei Dinge vermischt. Die Strichplatte ist ein passiver Maßstab, die Entfernung rechnen Sie selbst und brauchen dafür eine bekannte Höhe. Ein Fernglas mit Laser-Entfernungsmesser misst die Distanz per Knopfdruck, laut Datenblättern meist auf etwa einen Meter genau. Diese Geräte sind aber für die Jagd gebaut, meist als 8x42 oder 10x42, und kein typisches Bordwerkzeug.

Marinegläser bei Astroshop nach Preisklasse

Technische Daten nach Hersteller. Preise als grobe Klasse in Euro inkl. MwSt. aus deutschen Quellen, Stand Oktober 2026. Wo wir keinen belastbaren Euro-Preis gefunden haben, nennen wir nur die Klasse.

Bresser Nautic 7x50 Gen II

Einsteiger · ca. 250–300 €

Bresser Nautic 7x50 Gen II

Sehfeld
136 m / 1.000 m
Gewicht
1.030 g ohne Zubehör
Fokus
Einzelokular
Dichtheit
IPX7, Stickstoff

Für wen: Freizeitskipper, die Kompass, Strichplatte und ein schwimmendes Glas zum kleinen Preis suchen.

  • Glas und Riemen schwimmen laut Bresser
  • Großes Sehfeld, Mils-Strichplatte mit Formel in der Anleitung
  • Druckwasserdicht nur bis 1 m
  • Dioptrienausgleich laut Datenblatt nur ±2
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Fujinon Mariner 7x50 WPC-XL

Einsteiger bis Mittelklasse

Fujinon Mariner 7x50 WPC-XL

Sehfeld
122 m / 1.000 m
Gewicht
910 g ohne Batterie
Fokus
Einzelokular (IF)
Dichtheit
1 m, 5 min, Stickstoff

Für wen: Wer ein leichtes Marineglas mit Kompass sucht und wenig Gewicht an Bord tragen will.

  • Rund 550 g leichter als das Fujinon FMTRC-SX, leichtestes Glas der Auswahl
  • Beleuchteter Kompass für Nord- und Südhalbkugel, Skala für Entfernung und Größe, Schwimmgurt im Lieferumfang
  • Naheinstellung laut Fujifilm 12,3 m
  • Augenabstand 18 mm, mit dicken Brillengläsern knapp
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Hawke Endurance ED Marine 7x50 Compass

Mittelklasse

Hawke Endurance ED Marine 7x50 Compass

Sehfeld
122 m / 1.000 m
Gewicht
915 g
Fokus
Mitteltrieb
Naheinstellung
2,5 m

Für wen: Wer das Glas auch an Land und für Vögel nutzt und Mitteltrieb und kurze Naheinstellung schätzt.

  • ED-Glas, Dachkantbauweise, leichtestes Glas der Vergleichstabelle
  • Strichplatte in Milliradiant, Schwimmgurt, Stativgewinde
  • Kompass laut Hawke für nördliche Breiten eingestellt
  • Kleinstes Sehfeld der Vergleichstabelle (gleichauf mit dem Fujinon Mariner)
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Nikon 7x50CF WP Global Compass

Mittelklasse · ca. 450 €

Nikon 7x50CF WP Global Compass

Sehfeld
126 m / 1.000 m
Gewicht
1.130 g
Fokus
Mitteltrieb (CF)
Augenabstand
22,7 mm

Für wen: Fahrtensegler, die auch südlich des Äquators unterwegs sind und einen Mitteltrieb wollen.

  • Kompass für Nord- und Südhalbkugel, beleuchtet
  • Langer Augenabstand für Brillenträger
  • Wasserdicht laut Nikon bis 1 m für 5 Minuten
  • Naheinstellung 10 m
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Fujinon 7x50 FMTRC-SX-2

Oberklasse

Fujinon 7x50 FMTRC-SX-2

Sehfeld
131 m / 1.000 m
Gewicht
1.460 g ohne Batterie
Fokus
Einzelokular (IF)
Augenabstand
23 mm

Für wen: Langfahrer und Nachtwachen, die ein schweres, wasserdichtes Glas mit Bildfeldebnung und weltweitem Kompass suchen.

  • Bildfeldebnungslinse für scharfe Ränder laut Fujifilm
  • Laut Fujifilm weltweit nutzbarer Kompass, 23 mm Augenabstand
  • Schwerstes Glas im Vergleich
  • Naheinstellung 9,8 m
  • Daten vom US-Datenblatt des FMTRC-SX, für die Bezeichnung FMTRC-SX-2 nennt Fujifilm keine eigenen Werte
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Die Steiner-Modelle aus der Tabelle haben wir bei Astroshop nicht gefunden. Steiner selbst nennt für das Navigator 7x50c rund 670 € und für das Commander 7x50c rund 1.700 €.

Unsere Empfehlung: erst Einsatz, dann Ausstattung

Für die meisten Freizeitsegler reicht ein 7x50 mit beleuchtetem Kompass, Strichplatte und Schwimmgurt aus der Einsteiger- oder Mittelklasse. Das Bresser Nautic Gen II bringt alle drei mit und schwimmt laut Hersteller sogar selbst. Wer das Glas auch an Land nutzt, ist mit dem Hawke und seinem Mitteltrieb besser bedient. Wer auf Langfahrt geht oder auf der Südhalbkugel segelt, achtet auf einen globalen Kompass, wie ihn Nikon und Fujinon angeben.

Für die Strichplatte gilt: Ein Objekt sollte mindestens 10 Striche abdecken, sonst wird schon ein einziger Strich Ablesefehler zum groben Schätzfehler.

Häufige Fragen

Was bedeutet 7x50 beim Fernglas?

7-fache Vergrößerung und 50 mm Objektivdurchmesser. Daraus ergibt sich eine Austrittspupille von 50 ÷ 7 = 7,1 mm, das ist der Durchmesser des Lichtbündels, das ins Auge fällt.

7x50 oder 10x50 auf dem Boot?

Auf kleinen Booten und Segelyachten 7x50, weil jede Schiffsbewegung bei 10-fach um gut 40 Prozent stärker im Bild wackelt und das Sehfeld kleiner ist. 10x50 passt eher an Land oder auf großen, ruhigen Schiffen.

Wie berechne ich die Entfernung mit der Strichplatte?

Bekannte Höhe des Objekts in Metern mal 1.000, geteilt durch die Zahl der Striche, die das Objekt auf der Skala abdeckt. Ein 12 m hoher Mast, der 8 Striche abdeckt, ist 1.500 m entfernt.

Schwimmt ein Marine-Fernglas?

Nicht automatisch. Bresser gibt beim Nautic 7x50 Gen II an, dass Glas und Riemen schwimmen; Steiner (Commander), Nikon, Hawke und Fujifilm (Mariner) legen einen Schwimmgurt bei. Prüfen Sie im Datenblatt, ob das Glas selbst oder nur der Gurt schwimmt.

Welches Fernglas für eine Kreuzfahrt?

Meist ein leichtes 8x30 oder 8x42. Auf großen Schiffen ist das Deck ruhig genug, und bei Landgängen tragen Sie lieber 500 bis 700 g als ein 7x50 mit über einem Kilo.

Peter

Peter Mathematiker & Drohnenpilot

Peter hat Mathematik studiert und ist als FPV- und Drohnenpilot viel draußen unterwegs. Er schreibt die Rechner dieser Seite selbst und prüft jede Formel nach. So entstehen unsere Ratgeber.

Quellen

  1. STEINER: Commander 7x50c, technische Daten
  2. STEINER: Navigator 7x50c, technische Daten
  3. STEINER: Bedienungsanleitung Commander/Navigator (Strichplatten-Formel, Pflege), PDF
  4. BRESSER: Nautic 7x50 Gen. II Marinefernglas, Produktseite
  5. BRESSER: Bedienungsanleitung Nautic 7x50 Gen II (Mils-Strichplatte), PDF
  6. Hawke Optics: Endurance ED Marine 7x50 Compass, technische Daten
  7. Hawke Optics: Endurance ED Marine Instruction Booklet (Fokussierung, Milliradiant-Formel), PDF
  8. Nikon: 7x50CF WP / 7x50CF WP Global Compass, Spezifikationen
  9. Nikon Deutschland: 7x50CF WP Global Compass, Produktseite mit Preis
  10. Nikon: Pressemitteilung 7x50CF WP Global Compass (Kompass für Nord- und Südhalbkugel), 2015
  11. FUJIFILM (USA): FMT-Serie, Spezifikationen (7x50 FMTR-SX, FMTRC-SX, 10x50 FMTR-SX)
  12. FUJIFILM (USA): Polaris-Serie, Übersicht (Stickstoff, Bildfeldebnung, Kompass des FMTRC-SX)
  13. FUJIFILM Deutschland: Mariner-Serie, Übersicht und Spezifikationen 7x50 WPC-XL
  14. FUJIFILM: Mariner-Serie, Spezifikationen und Lieferumfang (7x50 WP-XL, WPC-XL)
  15. Nikon: Austrittspupille und Augenpupille (Fernglas-Grundlagen)
  16. Astronomics: Some Binocular Specifications (Austrittspupille auf bewegtem Untergrund)
  17. Kollisionsverhütungsregeln (KVR), Regel 7: Möglichkeit der Gefahr eines Zusammenstoßes
  18. Landesportal Schleswig-Holstein: Leuchttürme in Schleswig-Holstein (Westerheversand)

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